Einreichung Annual Convention 2008-2009 ACDCC

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Einreichung Annual Convention 2008-2009 ACDCC

Inhaltsverzeichnis

Daten & Team

Projekt/Einrichtungsname: ACDCC 2008/2009 - Annual Convention Digital Cultures Contemporary

Einreichung bei: Annual Convention

Einreichende(r): Dr. Georg Russegger und Lorenz "eSeL" Seidler

Organisation 2008: eSeL & Sari Zott

Organisation 2009: Georg Russegger & 5uper.net

Kurzbeschreibung: ACDCC Annual Convention Digital Cultures Contemporary 2008-2009

Das Festival dient als Plattform für Verdichtung, Produktion und Vermittlung von Medienkunst und Netzkultur in Wien. Die “ACDCC 2008/2009- Annual Convention Digital Cultures Contemporary“ nutzt die zweijährige Ausschreibungsmodalität für den Aufbau einer nachhaltigen Festival- und Kooperationsstruktur. Das ACDCC-Festival bildet einen Rahmen für Präsentation, Diskussion und Dokumentation und dient der Vermittlung an eine breite, überregionale Öffentlichkeit. Unser Konzept Festival greift bestehende Konfigurationen und Prozesse der lokalen Netzkulturfelder auf, macht diese in einem gemeinsamen Reflexionsprozess greifbar, um sie in internationale Diskursstränge, Themenkomplexe und Praxisfelder nachhaltig zu integrieren.

• internationale Anschlussfähigkeit

• theoretische Begleitung

• Festival als Präsentationsrahmen und aktiver Vernetzungsprozess

ACDCC entwickelt unter Berücksichtigung des Status Quo der Initiative "netznetz.net", aktueller Dynamiken und Entwicklungsbereiche der österreichischen Medienkulturen und Medienkünste ein Grundgerüst für ein international ausgerichtetes Festival (inkl. begleitender Prozesse) mit folgenden Schwerpunkten:

• Fixpunkte & Struktur in Wien schaffen

• Aktive Einbindung lokaler Einrichtungen, Initiativen & Akteure

• Internationale Schnittstellen herstellen und etablieren

• "Hand-Over" an nachfolgende Festivals vorbereiten


Basic Facts

Festival 2008: 9.-16.Oktober 2008 (vor Viennale angedacht)

Prozess: läuft seit Dezember 2007

Jahrbuch Herbst 2008 & Herbst 2009

Festival 2009: to be announced

Abschlusspublikation: Jänner 2010

ACDCC 2008 "Metanoia"

= Prozess A: Spieltheoretische Form der Selbstreflexion und Selbstorganisation

Alternate Reality Game als spieltheoretischer Rahmen zur Vernetzung, wechselseitigen Koordination und Modellierung der Komplexität lokaler Akteure, deren inhaltlicher Schwerpunktsetzungen und einem aktiv integrierten Publikum

ACDCC 2009 "CCCC – Coded Cultures Cross Contemporaries"

= Prozess B: Ausdifferenzierung der lokalen Parameter unter transkulturellen und transdisziplinären Voraussetzungen Entwicklungsprozess zur internationalen Vernetzung und Erforschung interkultureller Wechselwirkungen in künstlerisch-medialen Entwurfspraktiken (Japan/Österreich)

Fixpunkte, Struktur & Kontinuität für Wien schaffen

- eigenständigen Trägerverein für das Festival konstituieren

- “Social Lounge” als "Common Backstage Room"

- Symposium, Präsentationen, Worskhops

- Dezentrale Ausstellungsmodule in Partnerinstitutionen

- Jahrbuch "Gelbe Seiten" der Wiener Netzkultur

- Abschlusspublikation

- Web

- Mediale Präsenz / Medienpartnerschaften

Das Festival als internationale Schnittstelle

- Einbindung lokaler Prozesse

- Internationale Vernetzung

- Artist in Residence Programme

- Kooperation auf universitärer Ebene

- Einladung von internationalen TheoretikerInnen

Ausführliche Beschreibung: ACDCC - Core Engines

Im Rahmen des Gesamtgefüges ACDCC dienen die beiden Prozessstränge "Metanoia" und "CCCC" dazu, vorhandene Strukturen der lokalen Szenen unter internationalen Gesichtspunkten aktiv über zwei Jahre zu reflektieren und im Rahmen des Festivals fokussiert zu repräsentieren.

2008 Metanoia – Alternate Reality Game

“Metanoia” vernetzt über das Jahr 2008 Kulturschaffende und Instititutionen aus den Kunst- und Kulturfeldern Wiens mit AkteurInnen aus unterschiedlichen Communities zu einem gemeinsamen “Alternate Reality Game”. Performances, Webpräsenzen, Interventionen, Flashmobs, Ausstellungen im Realraum, eine interaktive "Schnitzeljagd” und projekt‐spezifische Markierungen im Stadtraum werden mit einer fiktiven Narration verknüpft, die von allen TeilnehmerInnen/Mitwissenden in Kollaboration über eine Web- Plattform kontinuierlich fortgeschrieben wird. Der Spielcharakter stellt ein zusätzliches Bindeglied zwischen den ProtagonistInnen aber auch dem partizipierenden Publikum dar.

Das Spiel bietet eine "Alternate Reality" als Experimentalumgebung für neue Handlungsfreiräume und fordert zugleich von den TeilnehmerInnen eine "spielerische" Normierung der eigenen Inhalte und Präferenzen. Über den Metanoia-Prozess werden die Akteure schon vor dem Festival aufgefordert aus ihrer ästhetischen Praxis einen spiel-spezifischen "Code" zu entwickeln. Diese Transformation ihrer Praxis für das Alternate Reality Game stellt die erste Phase der Selbstreflexion und -analyse dar, die bis zum Symposium gemeinsam reflektiert und im Zuge des Festivals weiter entwickelt wird.

2009 CCCC - Coded Cultures Cross Contemporaries (Wien / Tokio)

Das internationale Projekt „CCCC“ ist ein transdiziplinäres Konzept, welches den kulturellen Austausch zwischen Japan und Österreich im Kooperationsjahr 2009 fördert. Dabei handelt es sich um ein Programm, welches sowohl in Wien als auch in Tokio abgehalten wird. Auf universitärer Ebene wird dieses Vorhaben von Univ.-Prof. Peter Weibel (Universität für angewandte Kunst Wien) und Univ.-Prof. Masaki Fujihata (Toyko National University for Fine Arts and Music) als Kooperationspartner unterstützt. „CCCC“ dient der Präsentation und Vermittlung einzelner Projekte, Gruppen und Netzwerke.

Unter dem Konzept von „Coded Cultures – Cross Contemporaries“ werden künstlerisch-kreative Produktionszusammenhänge aufgezeigt, die von digital-vernetzten und medien-kulturellen Organisationsformen getragen werden und diese aktiv in den Entwurfsprozess ihrer Innovationsleistung integriert haben. Dabei entstehen neue Zusammenhangsoptionen für die Weiterentwicklung der Parameter von Kunst / Kultur / Wissenserzeugung / Ideenentwicklung / Vermittlung / Partizipation, an denen digitale Kommunikations- und Medientechnologien und deren Interaktionsbedingungen immer stärker beteiligt sind.

"Teilnehmende Beobachtung" & "Content Stream"

Das Festival dient als wesentlicher Impuls für die (Weiter)Entwicklung theoretischer und inhaltlicher (Selbst)Reflexion der beteiligten Akteure. In beiden Jahren ist eine teilnehmende Beobachtung der Aktivitäten durch internationale TheoretikerInnen und deren Publikation in Form eines web-basierten "Content Streams" tragendes, inhaltliches Kernmodul des Festivals. Der teilnehmende Beobachtungsprozess bietet eine Reflexionsebene und eine ausdifferenzierende Beobachtungsleistung, der die Möglichkeit bietet, korrigierend, fehlerfreundlich Referenzen von laufenden Dynamiken zu bilden und im Zuge des Symposiums zu diskutieren. Dieser Prozess wird dokumentiert, publiziert und nachvollziehbar gestaltet. Die teilnehmende Beobachtung stellt die Verbindung zwischen den Jahren 2008 und 2009 dar, hält diese zusammen und garantiert die Überleitung vom nationalen in den internationalen Kontext in einem kontinuierlichen Prozess. Der "Content Stream" macht das Geschehene transparent und öffentlich, bietet durch theoretische Auswertung Reflexionsgrundlagen und ist die Basis für die Modellierung von heterofaktoralen Entwurfsmodellen, die eine gezielte Ausdifferenzierung der Prozessdynamiken und die Anknüpfung an existierende internationale Diskursstränge ermöglicht.

Konzept ACDCC

Die teils aktiven, aber auch passiven Beobachtungen und Teilnahmen an dem Prozess von "netznetz.net" der letzten Jahre, haben in vielerlei Hinsicht sowohl positive als auch negative Aspekte einer prinzipiell sehr aktiven und vielschichtigen Community zum Vorschein gebracht. Trotz großer Anstrengungen von Seiten der einzelnen ProtagonistInnen hat sich jedoch nach wie vor kein ausreichender Selbstbeobachtungs-, Identifikations- und Diskursrahmen für international anschlussfähige und nachhaltige Organisationsstrukturen auf breiter Basis entwickeln lassen. Aus der Kombination dieser Erfahrungswerte und einer konzeptionellen Neuausrichtung der Festival-Struktur, die sowohl zeitlich als auch inhaltlich auf diese Gegebenheiten eingeht und diese in einem mehrjährigen Entwicklungszusammenhang aufbereitet, vermittelt und nachvollziehbar macht, sehen wir die Chance die einzelnen Darstellungsformen, Diskursstränge und Kritikebenen auf einer Ebene zu vereinen, die sowohl von den lokalen Initiativen als auch internationalen TeilnehmerInnen getragen werden kann und dadurch eine Möglichkeit für die Neupositionierung der ProtagonistInnen und Projekte im Anwendungszusammenhang der "ACDCC - Annual Convention Digital Cultures Contemporary" anbietet.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass es sich vor allem in hochdynamischen und heterofaktoralen Medienkulturen um asynchrone Prozesse des Entwerfens, Beobachtens, Profilierens und Vermittelns handelt, wollen wir ein Beschreibungssystem ("Content Stream") integrieren, welches aktiv den Herstellungsprozess und dessen Vermittlungsinstanzen um fremd-beobachtende TeilnehmerInnen ergänzt. Dabei wird an die bisherigen Organisationsformen die Anforderung gestellt, sich selbstständig in dem Zusammenhangsgefüge von globalen Entwicklungsdynamiken zu positionieren, um einer internationalen Diskursform gerecht werden zu können.

Die zweijährige Konzeption des Entwicklungs- und Darstellungsprozesses eines Medienfestivals ermöglicht mehr als eine punktuelle Darstellung von Initiativen und deren Handlungsumgebungen. Wir vertreten die Überzeugung, dass gerade durch ein mehrstufiges Organisationsmodell eine robuste und nachhaltige Profilierung dieses Prozesses vermittelt werden kann. Wichtige praktische Zielsetzungen sind dabei:

• die Qualität der Kulturleistungen von lokalen Initiativen und Projekten sichtbar machen und in einem erweiterten Rahmen diskutieren und spezifische Differenzen und Gegenläufigkeiten, aber auch Ähnlichkeiten verdeutlichen

• einzelne lokale Initiativen und Projekte international vernetzen und diese im Ausland präsentieren.

• den Vernetzungsprozess langfristig initiieren, um mit dem Festival, als fokussiertem Darstellungsrahmen, die Ergebnisse für die aktuellen kreativen Prozesse der Akteure anzubieten

• einen sozialen Interaktionsraum konstituieren, in dem Austausch- und Abgleichsverfahren in einer offenen und einladenden Umgebung ermöglicht werden.

• ein „Artist in Residence Programm“ anbieten und individuelle Einladungen an internationale Gäste aussprechen..

• diese Strukturen auch für die nachfolgen Festivals anzubieten und nachhaltig nutzbar machen.


Die Zielsetzungen und angestrebten Ergebnisse lassen sich auf zwei grundlegenden Ebenen beschreiben: Es wird eine offene Vermittlungs- und Diskursstruktur etabliert, um die einzelnen Positionen und Profile aus dem kommunikativen Vakuum in ein fruchtbares Biotop für Diskurs- und Vermittlungseinheiten zu überführen und diese international zu kontextualisieren.

Es werden Entwicklungsstränge aufgezeigt und mit Methoden belegt (teilnehmende Beobachtung, Modellierung, Spieltheorie,....), die sich von disziplinären Grenzen lösen und auf inhaltlicher wie darstellerischer Ebene neue Wege des Organisations- und Darstellungszusammenhangs eines Festivals anlegen. Aus der modularen Vermischung von neuartigen Ansätzen, die sowohl partizipative und kommunikative Experimentalumgebungen beinhalten als auch klassische Medieneinheiten in den Vermittlungsprozess einbinden, soll ein auf breiter Basis nachvollziehbarer und dokumentierter Grundstock für die Weiterentwicklung und Adaption dieser Elemente geleistet werden. Die modulare Aufgliederung und die Mehrschichtigkeit des Prozesses durch Praktiken, Theorien, Ästhetiken und projektbezogene Entwicklungen werden dadurch angespornt, sich auf einen gerahmten Organisationszusammenhang zu konzentrieren und ihre Erfahrungen und Wissensbereiche auf dieses Umfeld hin zu transformieren. Damit ist nicht nur eine Identifikationsleistung der lokalen Szenen und Netzwerke verbunden, sondern auch ein internationaler Diskursbeitrag möglich, welcher sich in der Weiterentwicklung des Emmergenzprozesses von Wiener Medienkulturen und -künsten in transdiziplinäre und interkulturelle Entwicklungsdynamiken einbinden lässt.

Verwendung d. Fördergelder

ACDCC 2008

Vereinsgründung € 2.500,00

Web € 9.000,00

Publikation / Jahrbuch € 9.000,00

Theorie / Jury / Symposium € 15.000,00

Lounge & Common Backstage Room € 10.000,00

Ausstellung € 21.000,00

artist in residence / Unterbringung € 4.500,00

Teilnehmende Beobachtung - Content Stream € 5.000,00

öffentlichkeitsarbeit € 10.000,00

Koordination & Organisation € 14.000,00

ACDCC 2009

Web € 9.000,00

Abschlusspublikation € 13.000,00

Theorie / Jury / Symposium € 15.000,00

Festivalzelt / Lounge & Common Backstage Room € 10.000,00

Ausstellung € 20.000,00

artist in residence / Unterbringung € 5.000,00

Teilnehmende Beobachtung € 5.000,00

öffentlichkeitsarbeit € 10.000,00

Koordination & Organisation € 13.000,00

Zeitplan

Bild:ACDCC_zeitplan_russegger-eSeL.gif

Kontakt

Einreichung erging per Mail am 16.3.2008 an Sylvia Fassl-Vogler. Wir stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung

Lorenz "eSeL" Seidler esel-at-esel.at

Georg Russegger russegger-at-tubes.at

Persönliche Werkzeuge