Einreichung Digitale Kultur 2008-1 SLUM-TV
Aus NetzNetzWiki
Inhaltsverzeichnis |
Daten
Projekt: internetpublishing, mediahacking, und subvideo
Einreichung bei: Digitale Kultur
Einreichende(r): neocom- verein für kunst,kultur, wisschenschaft und kommunikation
Fördersumme: 10.000 EUR
Kurzbeschreibung
Mathare ist der größte Slum in Kenia mit rund 700 000 Einwohnern. In Mathare sterben die Menschen wie die Fliegen an AIDS, Dreck, Elend. Die Medien Fotografie, Film/Video stellen die einzige Form der lokalen Geschichtsschreibung dar. Slum-TV will genau dort ansetzten. Als einziges Projekt welches auch als "oral history" projekt verstanden werden kann. Slum-Tv will das Leben der Menschen im Slum dokumentieren und damit aufwerten. Eine Kamera bedeutet immer auch Aufmerksamkeit. Unsere Partner aus dem Slum filmen und dokumentieren das Leben in Mathare. Die kleinen Dokus werden dann wie eine Wochenschau auf öffentlichen Plätzen in Mathare gezeigt. Kopien der Videos werden nach Wien geschickt um sie hier zu vertreiben und ins digitale Archiv einzuspeisen, und auf dem SLUM-TV Blog online zu stellen.
== Ausführliche Beschreibung ==Derzeitiger Stand:
Der erste Workshop im Mai/Juni 2007 wurde trotz Unruhen erfolgreich durchgeführt. Etwa 16 Personen wurde in einem intensiven Workshop, die Grundzüge der digitalen Videobearbeitung beigebracht. Es wurden etwa 2 Stunden Material produziert, eine Wochenschau, und eine Sitcom mit einer lokalen Theatertruppe. Nach Ende der damaligen Unruhen, und der lokalen Ausgangssperre, gab es mehrere öffentliche Projektionen, welche mit grosser Begeisterung von der örtlichen Bevölkerung aufgenommen wurde. SLUM-TV produziert seit Mai/Juni 2007 laufend Material (sit-coms, Wochenschauen, radio-podcasts, Artikeln), welches auch auf dem Blog: http://www.slum-tv.info online sichtbar ist. Das Projekt hat auch durch den aufkeimenden Bürgerkrieg, nach den Präsidentschaftswahlen, als besonderes Sprachrohr und als ein Projekt, welches sich für Frieden zwischen verschiedenen Ethnien einsetzt, grosse internationale Anerkennung erfahren. BBC, Voice of America, Deutsche Welle, derstandard.at, Berliner Zeitung, Die Zeit, The Independent und andere Medien haben ausführlich über unser Projekt berichtet.
Als nächsten Schritt möchten wir zwei Workshops neben der normalen monatlichen Produktion von Sitcoms und Wochenschauen abhalten. Wir planen die Fähigkeiten unserer kenyanischen Mitglieder, auf dem Feld der neuen Medien zu verbessern und die Lesbarkeit der lokalen Produktion, für die interessierte internationale Öffentlichkeit zu erhöhen. Ein praktischer Einstieg in das semantische Web, durch die Weiterentwicklung und Anpassung von subvideo in zusammenarbeit mit Jaume Nualart (subvideo).
SUBVIDEO -
- weil video nicht genug ist:::
Nach der Entwicklung, wird die Software in Nairobi präsentiert und im Rahmen eines Workshops den Jugendlichen näher gebracht.
Was ist SUBVIDEO? - Definition: enriching video
Subvideo ist online Software, welche das hinzufügen von Objekten, zu “jedem” Video im Netz ermöglicht. Diese Objekte, können Text, Bilder, rss-streams, live-chats usw. sein. Subvideo ist Free Software und wird Ende 2008 öffentlich präsentiert. Im derzeitigen Stand sind wir in der Lage, Software EntwicklerInnen zu code-contribution einzuladen, um bald von einer Alpha in die Betaphase zu gelangen. Wir sind dabei mit führenden europäischen Institutionen, im Bereich der Neuen Medien, wie der “De Waag Society” in produktiven Kontakt, welche unseren Antrag bei der net-nl (holländische NGO im Bereich der Open-Source Produktion) unterstützt.
Bei SLUM-TV dient subvideo der Übersetzung der Inhalte dienen, welches in diesem Fall, offline geschehen wird. Ab 2009 im Rahmen der Anbindung Ost- und Südafrikas wegen der Fussball WM 2010 an internatinale Glasfaserstränge wird subvideo auch online genutzt.
Internetpublishing and mediahacking (mit übermorgen.com und alessandro luduvico neural.it)
Derzeit ist die Internet-Penetration zwar nicht sehr hoch, aber die wenigen Anschluesse werden teils von dutzenden, teils von hunderten Usern genutzt um Inhalte anzuschauen, Emails zu lesen und selbst zu publizieren (Blogs, z.b.)
Diese Fähigkeiten, wollen wir im Sinne der Millenium Development Goals, stimulieren und professionalisieren um den “digital devide” zu überwinden, und gemeinsam mit übermorgen.com und alessandro ludovico, einen Workshop abzuhalten, um auch sicher zu stellen, das in Zukunft, die Mitglieder von SLUM-TV auch ihre weltweiten Selbstrepräsentation generieren können, und auch das Wissen, um das Potential von den Möglichkeiten der neuen Medien, von Spezialisten der Branche vermittelt bekommen.
Zukunft und kurze Problemanalyse in Anbetracht: sustainbility
Ein wichtiger Schritt zur schrittweisen Übergabe des “digitalen Archives” und einer Selbsterhaltung und Selbsverwaltung, sind mehrere Faktoren, wie die Weitergabe des Wissens. Generierung von korrespondierenden Inhalten weltweit. Die Entwicklung einer Art “slum-tv YouTube”, weshalb auch eine Absicht ist, ähnliche Produktionen weltweit zu stimulieren. Zusagen dieses Archiv und seine Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen, gibt es derzeit aus Brasilien und Osteuropa. Anfragen auch aus Indien. Ziel ist auch, die lokalen Produktionen, durch Vertrieb bei lokalen Netzwerken, als Format zu etablieren, um auf die gleichen erfolgreichen Distributionskanäle, wie etwa Hollywood oder Nollywood Produktionen zurückgreifen zu können. Das sind vor allem Piratennetzwerke, welche in Afrika, nicht so wie in der “ersten Welt” vom Endverbraucher zu Endverbraucher den meist nichtkomerziellen Tausch fördern, sondern in jenen Teilen der Welt, wo nicht jedem ein vernüftiger Internetzugang zur Verfügung steht, organsiert sich diese Distribution, vom Grosshändlern zu lokalen Vertreibern, also komerziellen Interessen folgend. In diese Verbreitungsnetzwerke wollen wir einsteigen um auch eine laufende Finanzierung des Projektes, durch die Stimulierung des lokalen Marktes zu gewähren. Alle Einkünfte werden den lokalen Produktionen wieder zugeführt, und kommen letztendlich den SlumbewohnerInnen als kleines Einkommen zu gute. Dabei ist zu bedenken, das die meisten Menschen im Slum mit weniger als einen Doller am Tag auskommen müssen. Unser Ziel ist jedem lokalen Mitarbeiter, je nach Leistung, zwischen 80 und 170 US Dollar zu bezahlen, somit wären Ausgaben für die Miete, Schulgeld und Nahrung für einen Monat gesichert.
Verwendung d. Fördergelder
(Finanzplan)
Ausgaben
Künstler/innenhonorare ( 6 personen) 3000
Allgem. Projektkosten (Techn., Bühne, Leihgeb.)1000
Mieten (büro Nairobi 4 monate) 800
coding, software übersetzung, implementierung
java player coding, 6000
workshopleitung ( 4 Monate, 3 personen) 4800
Personalkosten Nairobi
(20 Personen-slum-tv-members/4 monate) 3700
transportosten (8 personen) 5600
Unterkunft 6 Personen 1200
Summe 26100 euro
Einnahmen
Stadt Wien 10000
sitemapping.ch Sitemapping -
Bundesamt fuer Kultur Schweiz (zugesagt) 6000
nl – net (beantragt gemeinsam mit deWaag Society) 7000
eigenleistung 3100
Summe 26100 euro
Querverbindungen zu anderen Projekten aus der Szene
Abgesehen davon, das wir mit vielen individuell aus der "Szene" zusammenarbeiten, gibt es mit OLPC eine konkrete Anbindung, als praktisches Beispiel, das die subvideo Anwendung auch für den OLPC XO Laptop genutzt werden kann.
Weiters ist da geplant, einen SLUM-TV channel auf XO-TV anzubieten.
Wir planen einige Präsentationen in Wien, in zusammenarbeit mit Labfactory, sonance, usw. Gemeinsam mit labfactory, sonance, bilderwerfer arbeiten wir auch an screen.tv, da werden wir vor allem unsere Comedies und Newsreels streamen, durch unsere internationale Vernetzung, unsere Partner aus früheren gemeinsamen Streamings, auch in dieses screen.tv projekt einbringen.
Vor allem aus Süd- und Osteuropa, aber auch weltweit.
Sonst planen, wir auch verschiedenste Präsentationen im Performance Bereich, z.b. mit Brut dem Koproduktionshaus, und bei einem Event der net.culture.labs über DIY Strategien.
Mitarbeiter:
Alexander Nikolic (Initiator, Supervision, Technical Setup)
Alessandro Ludovico (Workshop, Lecturer)
Jaume Nualart (workshop, software development, teacher)
Sam Nemeth (supervision, software development)
Lukas Pusch (Supervision, Workshops)
Hans Bernhard (Workshop, Lecturer)
Sam Hopkins (Workshop,Initiator, Supervision)
Zeitplan
Juli 2008 – Dezember 2008

