Einreichung Digitale Kultur 2008-2 monochrom print: Johannes Grenzfurthner
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Daten
Projekt/Einrichtungsname: monochrom print
Einreichung bei: Digitale Kultur
Einreichende(r): Johannes Grenzfurthner
Fördersumme: 12 000 EUR
Projektbeschreibung
monochrom print
Die Netzkulturpublikation monochrom print ist ein von der gleichnamigen KünstlerInnengruppe herausgegebenes Fanzine im Buchformat, das seit 1993 erscheint.
Inhaltlich behandelt es schwerpunktmäßig politische und kulturelle Themen aus den Bereichen digitale Kultur, Sub- und Popkultur sowie Medientheorie und Medienpraxis.
Entstanden ist es im Kontext des Fido-Netz und der europäischen BBS-Kultur der späten 1980er Jahre.
Es versteht sich als Sprachrohr der Netz- und Computerkultur, aber ebenso als Kommentar- und Reflexionsmedium dieser Kultur. Projekte, Technologien und Ansätze werden vorgestellt und erörtert und Wissen wird zum Zirkulieren gebracht.
Als Publikationsorgan fordert monochrom die digitalen Szenen dazu auf, über die eigene subkulturelle Praxis zu reflektieren, z.B. indem Personen und Institutionen der verschiedenen Felder und Fachbereiche immer wieder dazu angeregt bzw. aufgefordert werden, Texte zu verfassen, die über ihre Praxis und Erfahrungen berichten und somit zu (außerakademischen) Theoriebildungsprozessen beitragen.
Für das Selbstverständnis des monochrom print ist es zentral, die in ihrer Praxis oft stark segregierten Spezialwelten und Subkulturen der Gaming Culture, der digitalen Kunst, der Datenschutzbewegung, der Science Fiction, des Hacking, der Geek Culture, der Gender Theorie und -Praxis, der Programmierkultur, der Cultural Studies, der Kunst- und Medientheorie, der Fanzine- und Blog-Szene, der technischen und der ästhetischen DIY-Bewegung usw. miteinander zu vernetzen, den Austausch zwischen ihnen zu fördern und den Wissenstransfer zu gewährleisten. Sie sollen in einen gemeinsamen politischen, kulturellen, spartenübergreifenden und interdisziplinären Diskurs gebracht werden. Die Gemeinsamkeiten werden so deutlich, aber ebenso die Unterschiede – und basierend auf den Unterschieden: Lernpotentiale.
Dem liegt die Auffassung zugrunde, dass diese Szenen und Subkulturen individuelle Ausdrucksformen einer entstehenden und sich diversifizierenden digitalen Kultur sind, die selbst aber wiederum nur Bestandteil bzw. die zeitgenössische Erscheinungsweise eines emanzipativen und subversiven „Undergrounds“, einer Gegenkultur ist. Das monochrom print hat trotz der gegenwärtigen Ausdifferenzierungs- und Nischenbildungsprozesse innerhalb der digitalen Kultur niemals die Idee einer Gegenkultur als kollektives Projekt aufgegeben, das ganz unterschiedliche Ansätze und Positionen inhaltlich und zwischenmenschlich in Beziehung zueinander setzt, ohne sie dadurch schon determinieren zu wollen. Es geht hier zunächst nur darum, ein gemeinsames Bewusstsein von sich selbst zu schaffen. Dieses gegenkulturelle Bewusstsein ist im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren weitgehend verschwunden bzw. in prekärer Projektarbeit aufgerieben worden.
In diesem Sinne widmet sich monochrom auch der gegenkulturellen und wissenschaftshistorischen Geschichtsschreibung, die sie als Voraussetzung und als wichtigen Anknüpfungspunkt der digitalen Kulturen versteht. Das (gegen-)kulturarchäologische Anliegen besteht darin, die Netze der Gegenwart in eine geschichtliche Dimension zu erweitern und damit gegenkulturelles Geschichtsbewusstsein zu schärfen.
Dies wird auch in der Gestaltungsweise des monochrom print betont. Die Collagen-Ästhetik sowie der lustvoll zelebrierte Verstoß gegen traditionelle Drucktextgestaltungsgesetze verweist zugleich auf ästhetische Strategien der historischen Moderne wie auf die Fanzines und generell: die Gestaltungspolitik der frühen Punkbewegung. Sie ist aber zugleich den Ideen von Cut’n paste, Hypertext und Surfen (als sprunghafte Lesehaltung) verbunden.
Es geht dabei jedoch keineswegs nur darum, Texte zu publizieren und so zu kontextualisieren. Die Arbeit am Hefte besitzt auch eine soziale Dimension. Die redaktionelle Beziehung zu AutorInnen, Zeitschriften, Verlagen, WebsitebetreiberInnen, Communities, Organisationen und Initiativen hat stetes auch im Sinn, persönliche und intermediale Beziehungen zu knüpfen. Aus Textaustauschbeziehungen entstehen gemeinsame Projekte und persönliche Freundschaften über geographische und mediale Grenzen hinweg. So sind durch das monochrom print zahlreiche Beziehungen und Netzwerke zwischen den digitalen Szenen Wiens und denen Europas und Nordamerikas entstanden. Die nächste Ausgabe wird zur Vertiefung dieser Beziehungen in englischer Sprache erscheinen um Texte unterschiedlicher digitaler Kulturkreise nebeneinander stellen.
Projektpartner
- Violet Blue
- Laughing Squid
- Noisebridge
- CCC / Jens Ohlig
- Machine Project
- re:search
u.a.
Zeitplan
- Mai 2008 – November 2008: Sammeln der Texte, Einladung der AutorInnen
- Juli 2008 – Jänner 2009: Layout und Design
- Februar 2009 – April 2009: Lektorat
- Juni 2009 : Release „monochrom print“
- Juli 2009 – September 2009: Präsentation des monochrom print auf verschiedenen internationalen Events
- Oktober 2009: Abrechnung und Dokumentation
Finanzplan
Gesamtkosten
- AutorInnenhonorare: 2000,-
- Übersetzungen und Lektorat: 2000,-
- Mitarbeiterhonorare: (Recherche, Redaktion): 1700,-
- Administration: 1600,-
- Graphik und Design: 3.000,-
- Verbrauchsmaterial: 500,-
- Publikation (Druck): 11.000,-
- Flyer/ Folder: 500,-
- Öffentlichkeitsarbeit 700,-
Gesamtkosten 23.000,-
Finanzierung
- Eigenanteil: 3.000,-
- bm:ukk: 3.000,- (eingereicht)
- Weitere Bundesländer: 2.000 (eingereicht)
- Sponsoring: 1.000,- (teilweise zugesagt)
- Einnahmen durch Verkauf: 2.000
- mana Projektförderung Digitale Kultur: 12.000,--
Gesamteinnahmen 23.000,-
Förderansuchen aus mana Projektförderung Digitale Kultur lautet daher auf 12.000,-
monochrom print Historie
monochrom #3, 68 seiten (1994/95)
monochrom #4/5, 104 seiten (1995/96)
monochrom #6/7, 112 seiten (1997)
monochrom #8-10, 180 seiten, 600 gramm (1998)
monochrom #11-14einhalb, 260 seiten, 830 Gramm (2000)
monochrom #15-23, 1300 Gramm, 436 seiten (2004)
Zur Person
monochrom http://de.wikipedia.org/wiki/Monochrom_(Gruppe)
Johannes Grenzfurthner (* 1975, Wien) ist Künstler, Autor, Kurator. Medial tätig für FM4, Zündfunk, Boing Boing, Testcard, Telepolis, Ray. Hält Vorträge auf internationalen Symposien und ist als Juror für Festivals (z.B. Steirischer Herbst, Graz) tätig. Grenzfurthner war Gründer der Kunst- und Theoriegruppe monochrom. Viele seiner künstlerischen Arbeiten sind als "monochrom" gelabelt. Er ist Mitglied der IG Bildende Kunst Österreich. Er beschäftigt sich mit Themen wie Kunst, Aktionismus, Performance (Kunst), Humor, Postmoderne, Medientheorie, Cultural studies, Debatte über Urheberrecht/Geistiges Eigentum, Science Fiction, Blog.
Pressespiegel 2007
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Projekte, Ausstellungsteilnahmen, Ausschnitt
- Sculpture Mobs + "The Great Firewall of China" (auf dem Google Campus), Mountain View, Kalifornien / USA (2008)
- Es war einmal die Medien, Volkstheater Wien, Wien / Österreich (2008)
- Arse Elektronika: pr0nnovation?, San Francisco / USA (2007, 2008)
- aniMOTION - European Animation Festival, Sibiu / Rumänien (2007)
- Miden - Video Art Festival, Kalamata / Griechenland (2007)
- Technology Myth Creative Summer Camp, 9th International Festival for New Media Culture, Riga / Lettland (2007)
- Simultan 03 - Video and New Media Festival / Timişoara / Rumänien (2007)
- Re:AW: [Wir] Fwd: Loge etc / OTS-Auss.f.Ubernahme; oel / businessplan //WICHTIG; wer? / Galerie Bleich-Rossi / Wien / Österreich (2007)
- Unterspiel, Blackwood Gallery, Toronto / Canada (2007)
- videomedeja, Novi Sad / Serbien (2006)
- Campaign, Volkstheater Wien, Wien / Österreich (2006)
- HAIP 06 - Multimedia Festival of Open Technologies, Ljubljana / Slowenien (2006)
- position 02: arbeiten, Haus der Architektur Graz - Steirischer Herbst, Graz / Österreich (2006)
- Coke Light Art Edition. Ein Fest der Sinne. Ovalhalle, MQ, Wien / Österreich (2006)
- Strange Cargo, Museumsquartier, Wien/ Österreich (2006)
- 7. Werkleitz Biennale, Happy Believers, Halle, Deutschland (2006)
- Sinopale, Erste Sinop Biennale, Sinop / Türkei (2006)
- Sci Fi Stories, Museumsquartier, Wien/ Österreich (2006)
- Café König Fußball (Heimspiel), NGBK, Berlin / Deutschland (2006)
- die wahr/falsch inc., Wissenschaft im öffentlichen Raum, Wien/ Österreich (2006)
- Im Kopf des Gärtners, Installation im öffentlichen Raum, Tristingtaler Leistungsschau, Berndorf (2006)
- Warten auf Goto, Volkstheater, Wien / Österreich (2006)
- There's Something Rotten In The State Of Argentinia / Eine Gala, Transmediale 2006, Berlin / Deutschland (2006)
- Arad-II, Miami Beach / USA (2005)
- FM4-Hymnenwettbewerb (2005)
- Der Geburtstag des Kapitalismus (2005), Kunstverein, Baden bei Wien. Zusammen mit Günther Friesinger.
- bildet to-do-stapel! (2005), Kunsthalle Exnergasse, Wien (monochrom-Retrospektive).
- Schutzverletzungen/Legitimation medialer Gewalt (2004), Museumsquartier, Wien. Zusammen mit Günther Friesinger.
- Fnerd! (2004), Museumsquartier, Wien. Zusammen mit Lisa Max.
- Quo Vadis Logo!? (2004), Mimar Sinan Üniversitesi, Istanbul. Zusammen mit Günther Friesinger und Melih Gorgun.
- Quo Vadis Logo!? (2003), Museumsquartier, Wien. Zusammen mit Günther Friesinger.
- Nix kaufen, viel sparen? (2003), Museumsquartier, Wien. Zusammen mit Günther Friesinger.
- Roböxotica (2002-), Museumsquartier, Wien. Zusammen mit Magnus Wurzer.
- Interface Explorer (2001), Public Netbase, Wien. Zusammen mit Konrad Becker und Martin Wassermair.
- The State (1998), FringeWare, Austin.
Publikationen
- Herausgeber der Zeitschriften- und Buchreihe monochrom (1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 2000, 2004)
- 2002 erscheint das Buch "Wer erschoß Immanenz? Zur Dynamik von Aneignung und Intervention im Leben von Georg Paul Thomann", herausgegeben von edition selene. Herausgeber: Thomas Edlinger, Johannes Grenzfurthner, Fritz Ostermayer.
- 2003 erscheint das Buch "Leutezeichnungen", Verlag monochrom. Herausgeber: Johannes Grenzfurthner, Elffriede.
- 2006 erscheint das Buch "Quo Vadis, Logo?!", Verlag monochrom. Herausgeber: Johannes Grenzfurthner, Günther Friesinger.
- 2006 erscheint das Buch "Spektakel, Kunst, Gesellschaft - Guy Debord und die Situationistische Internationale", Verbrecher Verlag. Herausgeber: Johannes Grenzfurthner, Günther Friesinger und Stephan Grigat.
- 2008 erscheint das Buch "pr0nnovation? - Pornography an Technological Innovation", Published by RE/Search Publications (San Francisco) in cooperation with monochrom, Edited by Johannes Grenzfurthner, Günther Friesinger, Daniel Fabry.






