Einreichung Digitale Kultur 2009-1 LEDsMOB

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Projekt/Einrichtungsname: LEDsMOB

Einreichung bei: Digitale Kunst/Digitale Kultur

Einreichende(r): Nora Dibowski, Simon Laburda & Erkin Bayirli

Fördersumme: 13000,00 EUR


Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

LEDsMOB (LED – Light Emitting Diode | let´s mob (en) - lass uns starten, tun | mob – von mobilis – beweglich) ist angelehnt an Flashmob, auch Blitzauflauf, bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen.


Unsere Intention ist, den öffentlicher Raum durch das mediale Gewebe LEDsMOB temporär zurück zu erobern. Wir wollen neue urbane Situationen schaffen, in denen sich der LEDsMOB an vorhandene Gebäudestrukturen parasitär anhaftet und dadurch die architektonische und geographischen Umgebung temporär beeinflusst.


Mittels diesem Förderansuchen wollen wir ein mobiles, mediales mit Leuchtdioden bestücktes Gewebe in den Massen 4X3 Metern, sowie für die Ansteuerung benötigte Open Source Applikation Aurinko und den Animationseditor Toublo realisieren. Dazu werden wir auf eine herkömmliche Gitternetzplane 2400 RGB Leuchtdioden im Abstand von 6,5 cm befestigen.


Ausführliche Beschreibung

Abb. 1 Salgonom, Glasbaustein LED Matrix, Innenansicht
Abb. 1 Salgonom, Glasbaustein LED Matrix, Innenansicht
Abb. 2 Salgonom, Aussenansicht am Arsenal Objekt210
Abb. 2 Salgonom, Aussenansicht am Arsenal Objekt210

Das erste LED Konstrukt Salgonom wurde im Spätsommer 2008 im Wiener Arsenal Objekt 210 realisiert (Abb. 1, 2). Parallel wurden die Grundpfeiler der Open Source Ansteuerungssoftware Aurinko und Toublo entwickelt. Diese steht jetzt schon der ArsenalObjekt 210 Community zur Verfügung und es werden reichlich Animationen und Texte produziert und auf Salgonom abgespielt. Salgonom dient als Schnittstellte der ArsenalObjekt 210 Ateliergemeinschaft und präsentiert das innere Geschehen nach Aussen.

Im Anschluss daran wurde ausführlich Prototyping im Rahmen von DAAL betrieben und die Idee des flexiblen medialen Gewebes LEDsMOB ist entstanden.

LEDsMOB, bestehend aus einer herkömmlichen Gitternetzplane, wie sie für Werbebanner an Gebäudefassaden verwendet wird (Abb. 3, 4), wird mit 2400 RGB Leuchtdioden bestückt.

Abb. 3 erster LEDsMOB Prototyp auf Gitternetzplane
Abb. 3 erster LEDsMOB Prototyp auf Gitternetzplane
Abb. 4 LEDsMOB Flexibilitätstest
Abb. 4 LEDsMOB Flexibilitätstest

LEDsMOB wird Plattform, Werkzeug, Mittel im Kontext zur Vermittlung von künstlerischen Inhalten im öffentlichen Raum.

Mit LEDsMOB können Animation, Texte und Filme in Echtzeit abgespielt werden.

Die Open Source Ansteuerungssoftware wird nun im Zuge der Entwicklung des LEDsMOB erweitert und zusammen mit dem Signalverarbeitungstool Processing können Sensordaten dargestellt werden. Bewegungen, Geräusche, Luftverschmutzung und deren nachfolgende künstlerische Interpretation kann über das Mediengewebe visualisiert werden.


Das hybride mediale Gewebe und die Software wird auf Grundlage der folgenden vier Kriterien aufgebaut (nach Joachim Sauters):

  • Reaktiv: LEDsMOB reagiert auf seine Umwelt mittels Sensoren, z.B. Wettereinflüsse.
  • Interaktiv: Mensch - LEDsMOB - Raum treten in einen wechselseitigen Dialog
  • Partizipativ: bedeutet die Möglichkeit LEDsMOB durch eine interessierte Öffentlichkeit zu bespielen
  • Autoaktiv: vorproduzierte Inhalte werden über den LEDsMOB abgespielt


Bild:Urbanloritzplatz-hauptbibliothek-mob.jpg‎


Wir streben mittels LEDsMOB eine relationale Kunst an, die gegen die gesellschaftliche Entfremdung wirkt und an der Entwicklung alternativer temporärer Räume, in denen neue Formen sozialer Beziehungen, Kritik und Geselligkeit erprobt werden können, beteiligt ist.


Touristen, Schüler, Passanten, Arbeiter, Anwohner, Pensionisten ... alle können durch das gemeinsame Spiel mit LEDsMOB eine neue partizipative Kommunikationsmöglichkeit entdecken und entwickeln.


Das Mediengewebe in seinem hybriden Format wird den digitalen und menschlichen Raum verbinden. So könnten Anwohner und Passanten durch LEDsMOB begrüsst werden, Komplimente könnten in Form von Text und Bild ein Schmunzeln auslösen.

Inneres Geschehen in Gebäuden könnte über LEDsMOB nach aussen getragen werden, gewissermassen wäre hier das Mediengewebe die dynamische Haut, die das Innere nach aussen kehrt. Über den frei zu Verfügung stehenden Animationseditor Toublo können Animationen eingesendet werden. Performances und Konzerte im öffentlichen Raum würden durch LEDsMOB erweitert und akzentuiert werden.


Weiteres kann neben unseren situationistischen Aktionen LEDsMOB für verschiedene Public Screenings, Performances, Aktionen, Veranstaltungen … adaptiert werden.


Technische Spezifikation

Ein Teil der Software ist die Grafikbibliothek Aurinko, die Programmierern ein Java basierendes Interface zum Zugriff auf die LED-Matrix zur Verfügung stellt. Aurinko kann auch zusammen mit dem Signalverarbeitungstool Processing benutzt werden um Sensordaten grafisch darzustellen oder eine Interaktion mit dem Mediengewebe zu ermöglichen.

Der zweite Teil der Software ist der benutzerfreundliche Animationseditor Toublo, mit dem statische LEDAnimationen entworfen werden können. Es lassen sich auch fertige Bilder und Videosequenzen importieren. Das LED Gewebe an sich wird über mehrere AVR-Mikrocontroller, die auch durch die Arduino Plattform einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben, gesteuert.


Verwendung d. Fördergelder

  • Ansuchen: 13.000,00 €
  • Eigenanteil: 2000,00 €

SACHAUFWAND:

  • 4x4-Controller 150stk 4.815,00 €
  • StrongARM Linux-Board 340,00 €
  • Verdrahtung 984 Meter 100,00 €
  • LEDs 3000stk 1.920,00 €
  • GelBatterien 2stk 200,00 €
  • Mesh 200,00 €
  • Sonstiges (Lötzinn,Lötspitzen, etc) 800,00 €


PERSONALAUFWAND:

  • PAW für Löten LED 2.400,00 €
  • PAW für Platinen bestuecken 1.500,00 €
  • PAW für Programmierung 1.400,00 €
  • PAW für Dokumentation&Projektplannung 600,00 €
  • PAW für Sonstige Arbeiten(Korrekturen,Komponenten Installation,Puffer,etc) 600,00 €


SONSTIGER AUFWAND:

  • Fracht, Transport durch Dritte, Botendienst 125,00 €

  • Gesamtsumme AUSGABEN 15.000,00 €


Querverbindungen zu anderen Projekten aus der Szene

LTEX (textiler und experimenteller Leichtbau Verein)

DAAL (digital arts and architecture lab)

Arsenal Objekt 210 (Ateliergemeinschaft)


Zeitplan

  • Ende Mai – Juni 2009: Materialanschaffung - Start der Softwareentwicklung
  • Mitte Juni 2009: Test Controller LED Modul
  • Juli – Ende August 2009: Platinenbestückung, LEDs löten
  • September 2009: Debug - Sensorik
  • Anfang Oktober 2009: Präsentation


Biografien

NORA DIBOWSKI

1976 in Berlin geboren

Forscht und experimentiert an den Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Studierte von 1999-2005 Computervisualistik und Digitale Kunst in Deutschland und Österreich. Vor und während Ihres Studiums arbeitete sie in den Bereichen Werbung, Geoinformationsservice und digitalem Fernsehen.

2004 konzipierte sie mit Simon Häfele X|AREAL http://transienta.sonance.net, eine 4 wöchige interdisziplinäre Dauerkonferenz mit Wohn, Experimentier & Forschungsmöglichkeiten in einem leerstehenden Haus im 6. Wiener Gemeindebezirk. Zu diskutierende und zu erarbeitende Schwerpunkte lagen bei der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums, Nachhaltigkeit, Selbstorganisation und Communities.

Von 2005-2007 war sie technische Assistentin am Department of Anthropology an der Universität Wien, beschäftigte sich mit der virtuellen Rekonstruktion menschlich anatomischer Daten. Parallel baute sie die E-Learning Plattformen http://www.evan.at (European Virtual Anthropology Network)und http://www.anthropology.at auf.

Seit Anfang 2008 arbeitet Nora Dibowski als freischaffende Künstlerin in der Wiener Ateliergemeinschaft Arsenal Objekt210.

September 2008 Gründungsmitglied von STATE OF THE ARTISTS, einem Verein zur Förderung von Kunst, Wissenschaft und Kultur im Arsenal Objekt210

Oktober 2008 SALGONOM - eine interaktives LED Glasbaustein Konstrukt in Zusammenarbeit mit Simon Laburda

November 2008 – Installation mit Stein, Flagge und Waage im Foyer des Arsenal Objekt210

Dezember 2008 Initierung des Salons210, einer Präsentationsplattform für im Arsenal Objekt210 tätige Künstler.


SIMON LABURDA

1987: Geboren in Korneuburg, wohnhaft in Wien

1996: Erste Programme in DOS-Batch geschrieben

ab 1996: Erlernung weiterer Programmiersprachen wie Basic, Delphi, Assembler, PHP, Java,...

ab 2003: Entwicklung von Softwarelösungen für Klein- und Großunternehmen

ab 2004: Entwicklung der Internetplattform IBFT (Infoplattform Barrierefreier Tourismus in Österreich)

2005: Erste Versuche mit AVR-Mikrocontrollern zur Signalverarbeitung und -visualisierung

2006: Bau des Lichtobjekts "mhe-Würfel", Veröffentlichung der dazu verwendeten Software unter einer Open-Source Lizenz.

2006-2008: Mitarbeit am EU-Projekt OSSATE (One-Stop-Shop for Accessible Tourism in Europe), Mitentwicklung an der aus dem Projekt entstandenen EuropeForAll-Datenbank

ab 2007: Mitarbeit im EU-Projekt ENAT (European Network for Accesible Tourism)

2007 und 2008: Je zwei Wochen EDV-Entwicklungs Praktium bei der Firma EWORX in Athen.

ab 2007: Arsenal210: Betreuung des Arsenal-Netzwerks und technische Mitarbeit und Beratung bei zahlreichen Kunstprojekten von im Arsenal210 ansässigen Künstlern

2008: Programmierung und technische Konzeption der LED-Installation "Salgonom"


ERKIN BAYIRLI

  • 1981: born in Vienna, Austria
  • 2001: University of Technology,Vienna, Architecture
  • 2001: Initiation of the soundsystem “kNokiN”
  • 2003: Radione, VisualRoboter (3,60m high)
  • 2005: Zeitgenosse Arch. Blog: www.zeitgenosse.at
  • 2007: [changing strategies] Symposium
  • 2008: Initiation of Arsenal 210, [changing strategies]
  • 2008: DAAL, LTEX, Starting Diploma Architecture
  • 2009: Bamboo Tensegrity Workshop, [changing strategies]
Persönliche Werkzeuge