Einreichung Digitale Kultur 2009-1 Leiwandville 2.0
Inhaltsverzeichnis |
Daten
Projekt/Einrichtungsname: Leiwandville 2.0
Einreichung bei: Digitale Kunst/Digitale Kultur
Einreichende(r): Markus Schubert und Bernd Forstner
Fördersumme: 7500 EUR
Kurzbeschreibung
Das Leiwandville 2.0 ist die zweite Version eines Village der österreichischen und insbesondere der Wiener Netzkunstszene, das beim Hackercamp HAR (Hacking At Random) aufgebaut werden soll. Das HAR ist ein internationales Hackertreffen, dass in diesem Jahr in den Niederlanden stattfindet und bei dem Hacker und assoziierte Lebensformen aus aller Welt zusammenkommen, sich austauschen, Spass haben, an Projekten arbeiten oder neue Projekte entstehen lassen.
Es gibt 3 Konferenztracks mit interessanten Vorträgen und Performances, Workshops und unzählige Aktionen von den Teilnehmern selbst.
Das Leiwandville 2.0 soll mit verschiedenen Projekten wie z.B. einem selbstgebauten 3Ddrucker, einer riesigen selbstgebauten LEDmatrix, einer ARCADEstation, diversen Installationen und einem Loungebereich, einen Attraktor und Treffpunkt auf dem Camp darstellen und damit die österreichische und die Wiener Netzkunstszene auf internationalem Parkett repräsentieren. Gleichzeitig wird die Vernetzung der österreichischen Szene untereinander vertieft, sowie jene mit der internationalen Kunst- und Hackerszene gefördert und weiter intensiviert.
Vor allem sollen Projekte der österreichischen Szene vorgestellt und an laufenden Projekten gearbeitet werden.
Ausführliche Beschreibung
Seit 1989 findet alle 2 Jahre, abwechselnd in Deutschland und den Niederlanden, ein Hackercamp statt.
Diese Veranstaltungen verbinden die Möglichkeit gemeinsam an Projekten zu arbeiten, sich Vorträge anzusehen und an Workshops teilzunehmen mit einer friedlichen und entspannten Atmosphäre die dazu einlädt, mit vielen Gleichgesinnten zusammenzukommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Dabei treffen Aktionskünstler auf Assemblerprogramierer und Politikaktivisten auf Elektroniknerds. Die Themenpalette ist angesiedelt in den Bereichen Kunst/Kultur, Informatik/Mathematik, Elektronik, Politik und Gesellschaft.
Dieses Jahr wird die Veranstaltung von den niederländischen Hackern organisiert und findet in der Nähe von Amsterdam statt. Da die österreichische Netzkunstszene für diese Art von Zusammenkünften sowohl das Spektrum an interessierten Individuen sowie Themenbereichen und Projekten aufweist und damit auch in der internationalen Szene präsent ist, ist es für uns nur logisch bei der HAR2009 ein eigenes Village bauen. Natürlich ist das Projekt auch dadurch motiviert, dass schon die erste Version des Leiwandville auf dem Chaos Communication Camp 2007 ein voller Erfolg war und bei den internationalen Teilnehmern des Hackercamp grossen Anklang fand. Aus diesem positiven Ereignis würden wir gerne eine Tradition entstehen lassen.
Im Zentrum des Village soll eine große Lounge mit gemütlichen Sitzgelegenheiten allen Teilnehmern des Camps die Möglichkeit geben zusammenzukommen. Viele Kontakte zwischen den Künstlern und Hackern existieren zum größten Teil in der Virtualität. Die Lounge, als zentraler Treffpunkt schlägt also die Brücke zwischen dieser und der realen Welt. Zu einer Lounge gehört natürlich eine ordentliche Musikanlage und die entsprechende Atmosphäre, die den technisch-künstlerischen Kontext der Veranstaltung widerspiegeln soll. Dies wird unter anderem durch die Installation verschiedener Projekte erreicht, die in der Szene entstanden sind, wie der Metacade, der Metamatrix, oder der voll funktionalen, mit einem DECT-Phone ausgestatteten original österreichischen Telefonzelle.
Für die Elektroniknerds, soll die mobile Version des WEL (Whateverlab), für das nötige Arbeits/Spassumfeld sorgen. Schon die erste Version des Leiwandvilles vor 2 Jahren hatte ein Elektronikzelt. Dort entstand unter anderem die Metamatrix, eine Riesen LED-Matrix mit 3456 LEDs und über 10000 Lötstellen, an der unzählige Bastler vom gesamten Camp ihre Freude hatten. Auch die von Monochrom veranstaltete Taugshow #12 profitierte von den Einrichtungen rund um das Leiwandville 1.0.
Das Village, dessen Aufbau von einer Vorhut von Leuten bereits einige Tage vor dem offiziellen Start vorbereitet und zum Teil realisiert wird, soll den österreichischen Netzkünstlern und Hackern einen Platz bieten wo sie gemeinsam campen und kochen können. Der Transport des Gepäcks, der Baumaterialien und der elektronischen und sonstigen Gadgets, die man bei einem solchen Camp braucht, soll gesammelt und geordnet für alle übernommen werden. Somit wird auch jenen Leuten, die alleine nicht die finanziellen und logistischen Möglichkeiten haben ihre Projekte fernab der Heimat zu präsentieren (kein Auto, Transport alleine zu teuer, ...), ermöglicht, dies auf dem Camp zu tun und daran zu arbeiten. Die grundsätzliche Philosophie des Leiwandville lautet: “Alle packen mit an!” Dadurch wird nicht nur jedem Bewohner des Village das Gefühl gegeben dieses Projekt aktiv mitgestaltet zu haben, sondern auch die Vernetzung der österreichischen Kunst- und Hackerszene vertieft und intensiviert.
Gruppen und Vereine, die bereits angemeldet haben im Leiwandville 2.0 zu wohnen sind das Metalab, Monochrom, Quintessenz, Realraum, Backspace sowie viele Einzelpersonen aus ganz Österreich, die (noch) keiner Gruppen oder keinem Verein angehören.
Verwendung d. Fördergelder
- Transport des Gepäcks, der Infrastruktur und der Hardware 2500 Euro
- Village (Zeltmieten, Kabel, Gasheizkanonen, Deko, Baustoffe, Werkzeug, Beamer, Projektionsfläche, Sitzgelegenheiten, Tische, ...) 3500 Euro
- Projekt: “Making of Leiwandville” (Kamera, Zubehör, Software) 1500 Euro
Querverbindungen zu anderen Projekten aus der Szene
Grundsätzlich steht die Mitarbeit am Leiwandville 2.0 allen Gruppen offen, die sich daran beteiligen wollen. Gemeinsam Planen, Organisieren und Infrastruktur aufzubauen macht mehr Spaß und zahlt sich einfach mehr aus.
Gruppen und Vereine:
- Metalab
- Monochrom
- Quintessenz
- hackerspaces.org
- CCC Wien
- Chaotic Congress Campers
Projekte:
- Leiwandville (Arbeitstitel war ViennaVille) - durch NetzNetz gefördert
- RepRap - durch NetzNetz gefördert
- Laserguided Graffity System
- Metabooth (original österreichische voll funktionsfähige Telefonzelle)
- METACADE
- Metamatrix
- Roboexotica
- Quadrocopter
Zeitplan
März
- Angebote eingeholt für:
- Containertransport
- Hin- und Rückflug
- Shuttlebusse (Flughafen<->Camp und Flughafen<->Metalab)
- Mietwagen (als Option für den Containertransport)
- Zugfahrt
- Abstimmung mit den niederländischen Organisatoren (Geländeplan, zur Verfügung stehender Platz, Infrastruktur, ...)
April
- groben Plan vom Aufbau des Village (wo stehen die Zelte, wo das Elektronikzelt, die Lounge usw...)
- Flugkontingent geordert
Mai
- Shuttlebusse vom Flughafen zum Campgelände und zurück geordert
Juni
- ausgearbeiteten Plan vom Aufbau des Village
Juli
- konkreter Zeitplan steht fest
- Termine werden veröffentlicht
August
- Transport von Wien zum Camp und zurück
- Aufbau des Dorfes
- Durchführen der Veranstaltung
- Abbau des Dorfes