Einreichung Einrichtung 2007-2 basis wien

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Einreichende: basis wien – Kunst, Information und Archiv (Verein)

Beschreibung der Einrichtung. Was ist die basis wien?

Die basis wien ist das einzige umfassende Archiv zeitgenössischer Kunst in Österreich. Ausstellungen, KünstlerInnen und Kunstprojekte im nationalen wie internationalen Konntext werden erfasst und sind kostenlos in der basis wien Online Datenbank (www.basis-wien.at) abrufbar.

Der Datenbestand der basis wien Online Datenbank versammelt KünstlerInnen-Biographien, Kunstinstitutionen und deren Tätigkeiten, Ausstellungen, Veranstaltungshinweise, Pressespiegel und Publikationen.

Das enorme Datenvolumen lässt sich leicht anhand einiger Zahlen demonstrieren: Derzeit sind 46.100 Personen der Kunst, 10.700 Institutionen, Häuser, VeranstalterInnen der Kunst, 32.600 Projekte und Ausstellungen sowie 38.000 Objekte (Bilder, Texte, Kritiken, Kataloge) in der Datenbank enthalten. Durch die komplexe Verknüpfung aller Daten untereinander entsteht ein dynamisches Bild der vielfältigen Produktionszusammenhänge des österreichischen Kunstbetriebs seit 1945.

Geschichte und Zielsetzungen der basis wien

Die Grundlage der Dokumentation der basis wien ist das Archiv, das von Lioba Reddeker 1997 angelegt wurde. Sehr bald wurden die Möglichkeiten, welche das damals noch junge Internet einem neu gegründeten und im Wachstum begriffenen Archiv bietet, erkannt. 1999 ging die erste Version der basis wien Datenbank online.

Durch eine kontinuierliche Medienbeobachtung und in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von KünstlerInnen, Ausstellungshäusern, Galerien und Offspaces konnte der Bestand ständig erweitert werden. Ziel der basis wien ist es, diese Materialien nicht nur online in einem Bestandskatalog zu verzeichnen und Biografien von KünstlerInnen ins Netz zu stellen um InteressentInnen zu zeigen, was im Archiv vorhanden ist, sondern so viel als möglich online direkt zugänglich zu machen. Deshalb sind die meisten in der Datenbank erfassten Texte und Bilder online les- bzw. einsehbar.

Ziel ist es, das österreichsche Kunstgeschehen so breit als möglich abzubilden, so ist es der basis wien ein besonderes Anliegen, Emerging Artists, die Projekte von Akademie- und HochschulabgängerInnen und die Aktivitäten von Offspaces zu dokumentieren. Darüber hinaus definiert die basis wien nicht, wer eine Künstlerin/ein Künstler bzw. wer eine Kuratorin/ein Kurator ist. Diese Rollenzuschreibungen ergeben sich aus den Datenbankeinträgen. Der relationale Charakter der Datenbank kommt diesem Grundsatz entgegen.

Wie kommt die basis zur Information? Einerseits betreibt die basis wien eine Medienbeobachtung und archiviert alle Materialien, die zum aktuellen Kunstgeschehen publiziert werden. Andererseits viele KünstlerInnen Biographien, Ausstellungslisten, Kataloge und Projektdokumentationen der basis wien zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen bzw. mit den VeranstalterInnen ist für die Aktualität der gesammelten Daten von großer Bedeutung, denn eine aktive Recherche ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Alle Einträge werden von den DokumentarInnen der basis wien recherchiert und unter Berücksichtigung internationaler Standards der Archiv- und Dokumentationswissenschaften angelegt. Der Zugang zu den Daten ist frei - ohne aufwendiges Registrieren und ohne mühsame Logins.


Tätigkeitsfelder der basis wien

Die Entwicklung der basis wien Onlinedatenbank, in der bereits nahezu 50.000 Personen der Kunst zu finden sind, wurde mit dem EU Projekt vektor wissenschaftlich begleitet. Eine Arbeitsgruppe von KunsthistorikerInnen innerhalb der basis wien ist mit internationalen ExpertInnen um einen ständig aktuellen Ausbau der Online Datenbank bemüht. Durch die Vernetzung im European Art Net bildet die basis wien mit internationalen PartnerInnen, darunter auch das documenta Archiv, das größte Online Portal zur Vernetzung von Datenbanken für zeitgenössische Kunst in Europa.

Ein Archiv mit ca. 4.000 Publikationen im Bereich der zeitgenössischen Kunst steht in den Räumlichkeiten der basis wien im Wiener 15. Bezirk zur Nutzung als Präsenzbibliothek zur Verfügung.

Die basis wien versteht sich neben Archiv und Online-Datenbank auch als Anlaufstelle für Emerging Artists. Im Rahmen dessen erschienen mehrere Publikationen. Ein Katalog-Projekt für KünstlerInnen ermöglicht die Veröffentlichung einer ersten Monografie unter fachlicher Betreuung.

Über die Tätigkeiten und Entwicklungen im Bereich der Dokumentation, aber auch damit verwandte und relevante Themen, berichtet die basis wien im basis:magazin, einem Online Magazin, das auch einem Weblog basiert.

Vorjahresaktivitäten

Schwerpunkt im Jahr 2006 (und 2007) ist die Optimierung der Datenbank für den wertvollen, in 10 Jahren gesammelten, Datenbestand der basis wien. Ziel ist die langfristige digitale Archivierung bei gleichzeitig bester Usability.

Forschung: archiving the present/gegenwart dokumentieren

Im Jahr 2006 wurde das Buch "archiving the present/gegenwart dokumentieren" (Hg.: Lioba Reddeker, basis wien, Wien, 2007, ISBN: 3-9500831-3-8) vorbereitet, welches Anfang 2007 erschien. Parallel dazu verlief der Entwicklungsprozess der Datenbank für die basis wien, der 2007 fortgesetzt wird.

Die Themen Digitalisierung und Datenbanken stehen inzwischen auf jeder Agenda, auch auf denen der Institutionen und Verantwortlichen für die zeitgenössische Kunst. Die Vektor-Forschungsgruppe erarbeitete dieses Handbuch zur Erschließung heterogener Materialien in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Es entstanden praxisorientierte Leitlinien, die sich auf die sogenannten "Dublin Core"-Termini beziehen und den ArchivarInnen ein Grundgerüst zur professionellen Erschließung anbieten, das im Kontext verschiedener Datenbanken und Software zum Einsatz kommen. Begleitet werden diese Leitlinien von einführenden Texten internationaler Fachleute zur Fotodigitalisierung, zur Langzeitarchivierung digitaler Daten, zu Urheberrechtsfragen, zu Entscheidungskritierien für den Aufbau einer Datenbank und von Reflexionen über das Verhältnis KünstlerInnen, Kunstproduktion und das Archiv als Thema in der Kunst. Ergänzend werden in einem Osteuropaschwerpunkt Archive und Dokumentationen aus acht Ländern vorgestellt.

Service- und Anlaufstelle für KünstlerInnen

Zur Unterstützung der Selbstorganisation von KünstlerInnen erschien im Jahr 2006 ein Handbuch mit dem Titel "Pressearbeit in der bildenden Kunst" (Hg.: Lioba Reddeker, basis wien, Wien, 2006; ISBN: 3-9500831-7-0). Die basis wien ermöglicht jungen KünstlerInnen innerhalb der Datenbank ein professionell betreutes Profil und steht auch beratend zur Seite.

Als Servicestelle verleiht die basis wien zusätzlich zum Beratungsangebot eine Videokamera, Beamer und Aufnahmegeräte an KünstlerInnen.

ACA - Der Art Critics Award

basis wien und der Verein Kunstwerft verliehen im April 2007 zum ersten Mal den Art Critics Award, eine Auszeichnung für Kunstkritik in Österreich. Im Mittelpunkt steht dabei die Verleihung eines Geldpreises an eine/n einzelne/n KunstkritikerIn, die/der sich durch hervorragende Leistungen auf ihrem/seinem Gebiet ausgewiesen hat. Zusätzlich wurde ein Förderpreis für eine/n noch nicht publizierende KritikerIn verliehen. Die Jury bestand aus bildenden KünstlerInnen. Im Rahmen des Projekts wurde auch das "ACA Lesebuch" (Hg.: Lioba Reddeker, basis wien, Wien, 2007; ISBN: 978-3-9502252-1-1) in Kooperation mit dem Kunstmagazin "frieze" veröffentlicht. Für den Art Critics Award wurde eine eigene Homepage eingerichtet.

PartnerInnen

In der Durchführung der Datenbank-Optimierung sowie der laufenden Projekte der basis wien waren und sind verschiedene PartnerInnen beteiligt.

Im Rahmen des European Art Net das documenta Archiv in Kassel, das Academy of Fine Arts Research Centre in Prag, die Virtuelle Fachbibliothek Gegenwartskunst der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, das Kunst-Bulletin und das Swiss Institute for Art Research in der Schweiz.

Weiters gab es immer wieder Kooperationen mit unterschiedlichen Personen aus allen Bereichen der Kunst in verschiedenen Kontexten.

Anfragen und Beratungen

Im Jahr 2006 wurden etwa 2.500 E-Mail Anfragen und 1.200 telefonische Anfragen von KünstlerInnen im Zusammenhang mit der Datenbank und der Serviceleistungen der basis wien bearbeitet.

Beherbergte Projekte

schnittpunkt Bibliothek

Die basis wien ist Gastgeberin der Bibliothek des Vereins "schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis".

Bibliothek ungelesener Bücher

Julius Deutschbauer ist mit der Bibliothek ungelesener Bücher langjähriger Nachbar und Kooperationspartner der basis wien.

Auflistung von Tätigkeitsbereichen und Veranstaltungen mit Links

Aktuelle Jahresaktivitäten

Schwerpunkt des Jahres 2007 ist die Optimierung der Online-Datenbank. Dieser Prozess verläuft in Abstimmung mit internationalen ExpertInnen. Im Vorfeld wurde das EU-Projekt "vektor" von 2000 bis 2005 mit mehreren internationalen PartnerInnen durchgeführt. Die Publikation "archiving the present/gegenwart dokumentieren" folgte Anfang 2007 als Ergebnis und Forschungsbericht. Ein weiterer Schwerpunkt ist die optimale Vernetzung mit anderen Online Datenbanken in Europa im Rahmen des European Art Net. www.european-art.netist bereits jetzt das größte Online Portal mit Datenbanken zur zeitgenössischen Kunst in Europa.

Datenbank-Entwicklung

Die Datenbank der basis wien wird mit wöchentlichen Uploads, die vom KunsthistorikerInnen-Team der basis wien durchgeführt werden, gespeist. Die bestehende Datenbank und deren Nutzung wird laufend evaluiert. Ein Optimierungsprozess, der unter anderem eine Angleichung an Standards wie den "Dublin Core" zum Ziel hat, wurde gestartet. Zentral ist dabei auch die Optimierung der Usability, was in einer eigenen Fachgruppe, die mit internationalen ExpertInnen vernetzt ist, erarbeitet wird. Durch die Vernetzung von Datensätzen mittels neuester Erkenntnisse wird es möglich, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Kooperation mit Netart-Datenbank bzw. mit Webmuseum in Berlin

Im Rahmen der Datenbank-Entwicklung gibt es eine Kooperation mit dem der Netart-Datenbank bzw. mit dem Webmuseum Berlin.

European Art Net (EAN)

Das European Art Net ist eine Meta-Datenbank, die selbst keine Daten über Künstler enthält, dafür aber Links zu den Datenbanken der European Art Net PartnerInnen. Diese Links bestehen aus Künstlernahmen, Geburtsdatum und URLs in die jeweiligen Datenbanken. Alle Datenbanken werden periodisch aktualisiert von den PartnerInnen-Datenbanken, die direkt über das EAN durchsucht werden können. Alle Einträge, die sich in einer der PartnerInnendatenbanken befinden, können über www.european-art.net abgerufen werden.

basis magazin

Über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Vernetzung und Dokumentation berichtet die basis wien im basis:magazin unter magazin.basis-wien.at Als Grundlage für das basis:magazin dient ein Weblog. Dadurch besteht die Möglichkeit, zu kommentieren und Diskussionen zu verfolgen.

basis edition

Mit der basis Edition verhilft die basis wien vornehmlich jenen Emerging Artists, die noch keine Einzelpublikation zu ihren Werken vorweisen können, zu einem professionellen Katalog. Die basis wien fungiert als Herausgeberin der „basis Edition", leitet dabei die Produktion, garantiert perfektes Bildmaterial, und vermittelt zu TextautorInnen und erstellt die biographischen Angaben mit Hilfe der basis wien Datenbank.

basis Edition Nummer Eins entstand in Kooperation mit dem Künstler Wolfgang Wirth. Der Text im Katalog stammt von Friedrich Meschede. Geplant sind 6 bis 7 Kataloge pro Jahr.

ACA - Art Critics Award

Der Kunstkritik-Preis Art Critics Award wird, nach seiner ersten Vergabe im April 2007, fortgesetzt.

Zeitplan

Die Datenbank-Optimierung soll mit Ende März 2008 einen vorläufigen Abschluss finden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Datenbank-Struktur weitgehend verändert und die Usability verbessert. Das European Art Net ist ein laufendes Projekt, für das neue PartnerInnen gefunden werden sollen.

Das basis:magazin wird laufend optimiert und soll bis Ende 2007 eine vorläufig länger benutzbare Form annehmen. Zusätzlich wird auch der Inhalt mehr und mehr mit Gastbeiträgen angereichert.

Finanzplan

KALKULATION basis wien, 2007 ANSUCHEN
EINNAHMEN
Subvention netz netz 25.000,00
Subventionen Bund 0,00
Subventionen andere 30.000,00
Sonstige Erlöse (0%, 10%, 20%) 25.000,00
Sonstige Einnahmen, Erlöse Forschungstätigkeit 195.000,00
Zinserträge (Bankguthaben, Darlehen, Wertpapiere, ...) 0,00
Gesamtsumme Einnahmen 275.000,00
AUSGABEN
Gehälter (echte Dienstnehmer), KunstwissenschaftlerInnen 115.000,00
Honorar freie Mitarbeiter (Administration) 20.000,00
Abschreibungen von Sachanlagen (AFA) 12.000,00
Abschreibungen geringw. Wirtschaftsgüter 3.600,00
Aufwand für Wartung EDV (incl. Homepage) 3.600,00
Instandhaltung und Reparatur 12.000,00
Aufwand für Fracht, Transport durch Dritte, Botendienst 360,00
Aufwand Internet - Telefon - Fax - Telex 7.200,00
Aufwand Porto und Telegrammgebühren 3.600,00
Aufwand Miete 30.000,00
Aufwand Strom 3.000,00
Aufwand Projektorganisation, neue Datenbank 31.340,00
Aufwand Kopien und sonstige Drucksorten 6.000,00
Aufwand Fachliteratur und Zeitungen 3.600,00
Aufwand Geschäftsanbahnungen - Geschäftsessen 2.400,00
Aufwand für Sachversicherungen 1.800,00
Aufwand Rechts- und Beratungsaufwand (RA, Wirtschaftsprüfer) 17.500,00
Aufwand Spesen des Geldverkehrs 2.000,00
Zinsaufwand (Bank, Darlehen, Wertpapiere, ...) 0,00
Gesamtsumme Ausgaben 275.000,00
Gesamtsumme Einnahmen 275.000,00
Gesamtsumme Ausgaben 275.000,00
Betriebsergebnis 0,00
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