Einreichung Projekt 2007-1 Si.Si. Klocker STRASSE DER VERLIERER
Inhaltsverzeichnis |
Einreichende/r:
Mag. Elisabeth Klocker, 1090 Wien
Projektbechreibung
Ausgehend von dem Kunstprojekt, das 2002 bei Soho in Ottakring zum ersten Mal stattfand in Kooperation, möchte ich diese Idee weiter ausführen und internationalisieren.
In dem gesellschaftspolitisch, kritischen, interaktiven Projekt " Die Straße der Verlierer" geht es darum, Menschen und ihre Niederlagen zu ehren. Verluste bzw. Niederlagen im Leben werden thematisiert. Nicht Siegerehrungen sondern die vielen Kleinen und Grossen Niederlagen und Verluste sind es, mit denen Frau, bzw. Man fertig werden muss. Denn es gibt kein Scheitern.
So haben z.B. auch Viele Frauen und Männer, die aus der neoliberalen Wirtschaftspolitik u. Arbeitsmarktpolitik herausfallen, bzw. gar nicht erst hineinkommen, die Möglichkeit, sich zu artikulieren.
Im Zuge des Projekts bekommen alle TeilnehmerInnen die Möglichkeit ihre Größte Niederlage bzw. ihren Verlust zu protokollieren.
Siegerehrungen, Preisverleihungen jeglicher Art implizieren den totalen Wettbewerb jeder gegen jeden, rund um die Uhr. Wildgewordenes patriarchales Testosteron. Getrieben von immer höher, schneller, stärker bewirkt in uns allen einen Wettbewerb, bei dem die Meisten von uns nicht mehr zum Zug kommen, den Anschluss verpassen und vordergründig nicht auf dem Podeststockerl stehen, sondern daneben stehen müssen.
Im Vergleich zu den unzähligen Strassen der Sieger wird nun erstmals die Straße realisiert: Der kollektive Blick auf die Niederlage bzw. den Verlust, dient dazu alle Traumen und Stigmata, die damit verbunden sind zu heilen.
Konträr zur herrschenden Ideologie Kapitalismus, die uns alle zum Gewinnen um jeden Preis anspornen will, wird die Realität von unserer Erfahrung ganz anders wahrgenommen: Arbeit wird verloren, Vertrauen, Hoffnung, Geld erweisen sich oftmals als flüchtig und illusionär.
Verluste und Niederlagen zeigen sich in unterschiedlichen Gesichtern.
Viele Frauen und zunehmend auch Männer verlieren ihre Festanstellungen und werden in prekäre Jobs gedrängt. unbezahlte Überstunden. Jobverluste Partnerverlust Verlust von Perspektiven....etc.
Aspekte der Straße der Verlierer
1. Performance auf der Straße in mehreren Städten, Wien, Berlin, Bratislava, Zürich, Stockholm, Budapest, Prag...
Dabei wird eine online Dokumentation gemacht... Das Protokoll wird direkt vor Ort von den Passanten ausgefüllt. Die ProbandInnen können ihre Füße und Hände in Ton hineindrücken... Damit wird jede Einkaufsstraße und Fußgängerzone in eine "Street of Loosers" verwandelt.
2. Protokolle werden auf die Website : www.streetofloosers.com bzw. www.streetofdesaster.com gestellt.
Streicheleinheiten werden in Form von goldenen Sternen vergeben.
Geplant ist, die Hand-, bzw. Fußabdrücke der TeilnehmerInnen in mittels Foto bzw. (bei ausreichender Finanzierung) direkt mittels Sensor zu digitalisieren. Option Darstellung als 3 D. Animation.
Die Daten werden in einer Datenbank abgespeichert, mit mehrdimensionalen Kategorien, (nach Ort des Verlustes, Gegenstand, der verloren wurde, Zeitpunkt des Verlusts, Teilnehmerdaten etc.) bzw. Art und Zeitpunkt der größten Niederlage ...), ein assoziatives Aufsuchen von Verlusten soll möglich sein.
Die BenutzerInnen sollen die Möglichkeiten haben Kommentare abzugeben, Streicheleinheiten zu erhalten, auch anonym die Emailadresse zu hinterlegen ist möglich, damit Erfahrungen ausgetauscht werden können. Die Assoziative Vernetzung der Verluste soll durch die BenutzerInnen soll möglich sein.
Nutzen:
- Die TeilnehmerInnen Können sich selbst einbringen, auf einer Spielerischen Ebene über die Größten Niederlagen bzw. Verluste ihres Lebens berichten, sie zu Protokoll geben.
- Außerdem bekommen sie die Möglichkeit zu sehen, wem es genauso geht wie ihnen selbst.
- Untereinander erhalten sie bzw. können sie sich auch Streicheleinheiten, Anerkennung, Trost, Mitgefühl geben.
- Kaiserin von Europa gibt ihnen als Anerkennung ebenfalls einen Goldenen Stern.
- Die Strasse der Verlierer wird je mehr Teilnehmer mitmachen umso länger und umspannt schließlich die Erde.
- Ein Projekt an dem Sich alle beteiligen können. Jugendliche, Erwachsene und Senioren, aller Hautfarben und Sprachen.
Sprache ist Englisch.
Auszüge aus der „Straße der Verlierer“, SOHO in Ottakring 2002
Strasse der Verlierer
Eine Initiative von Kaiserin SI.Sl. von Europa. Soho in Ottakring 2002
Tatort Grundsteingasse:
Viele Menschen konnten sich von ihren größten Niederlagen befreien. Nachdem Madame Ping-Pong ein Protokoll aufgenommen hatte, wurden sie von Europas Kaiserin höchstpersönlich zur Stätte der Katharsis geleitet: Fußabdrücke durften in den noch frischen Asphalt gemacht werden. Allgemeine Erleichterung machte sich breit.
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Das Stigma des Verlusts wurde kollektiv bearbeitet.
Prinz Ravioli: Achtung! Wenn Sie etwas verloren haben, finden Sie es hier wieder. Die Strasse der Verlierer bringt alles ins Lot!
Kaiserin SI.SI.: Der Weg zum Erfolg ist gepflastert mit Niederlagen! Vorteil: Beim Niederlegen kann man sich besser erholen !
Madame Ping-Pong: Haben wir den Weg verloren, finden wir uns in der Wiese wieder.
Kaiserin SI.SI.: Sag Danke für jeden Verlust! Sag Danke für jede Niederlage! PROST!
Madame Ping Pong: Ob wir Sieg oder Niederlage ernten, ist im Endeffekt egal, aber: Saftig soll es ausfallen!
Kaiserin SI.SI.: Charisma ist die Verführung der Massen. Wenn die Verführung gelungen ist, beginnt die Niederlage des Volkes. Diese ist bekanntlich schmerzlich, aber dennoch lustvoll!
Madame Ping Pong: Geben Sie Ihr Geld aus bevor Sie es verloren haben (und nicht danach ...)!
Querverbindungen
"Die Strasse der Verlierer" wurde erstmals 2002 bei SOHO in Ottakring gemainsam mit anderen ProtagonistInnen von Cabinet 9 realisiert.
Kostenloses Webhosting und technische Unterstützung via Verein Media Austria
design der Website und des Werbematerials durch Gabriele Szekatsch
PartnerInnen für die Programmierung werden noch gesucht
Finanzplan
| Performances: 500 Euro Pro Performance und Stadt | 3.500 Euro |
| Videodokumentation, Interviews. Fotos der Performances und Schnitt | 3.000 Euro |
| Programmierung der Website: | 2.000 Euro |
| Design der Website | 500 Euro |
| Wartung und Kontrolle | 1.200 Euro |
| Übersetzung | 1.000 Euro |
| Werbung online und offline, Inserate in Zeitungen | 1.500 Euro |
| Gesamtkosten | 12.700 Euro |
Anmerkung: Programmierung der Website voraussichtlich exkl. optionale Stadtplaneinbindung / 3 D Animation
Zur Person
SI.SI. Klocker (Elisabeth Maria Klocker)
- Studium der Theater- und Filmwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Wien und Berlin. Studium visueller Mediengestaltung an der Hochschule für Angewandte Kunst bei Prof. Peter Weibl.
- Zweimonatiges Forschungsstipendium in Berlin.
- Magisterarbeit über die Filmemacherin Ulrike Ottinger.
- Seit 1998 Bühnenauftritte mit dem Chansonprogramm "Kaiserin SI.Sl. von Europa".
- ab 1998 ständige freie Mitarbeiterin in der Kulturabteilung bei den Vorarlberger Nachrichten;
- 2000 Dramatikerstipendium des Landes Vorarlberg
- 2000/01 Dramatiker-Stipendium Nenzing für Autoren-Theaterdialoge
- 2000 Gründung der Künstlerlnnengruppe CABINET 9 (zus. mit M. Mattuschka, G.
- 2003 "Die Kunst des Regierens" CABINET 9 Ausstellung in Kunsthalle Exnergasse
- seit 2004 Obfrau der Austria Filmmakers Cooperative
Mitglied bei
- IG AutorInnen Wien
- Literatur Vorarlberg
- Vorarlberger Künstlervereinigung
- Austria Filmmakers Cooperative
- MOM - Member of Mana
- CABINET 9
Ausstellungen, Performances, Lesungen. Mehrere Publikationen in Literaturzeitschriften.
Lebt als Kulturjournalistin, Autorin (Kurzprosa, Romane, Theaterstücke) und freie Multimedia-Künstlerin in Wien und Berlin.
Uraufführung von "Laura – Was Sie schon immer über Telefonsex wissen wollten“ bei der Diagonale 2005
Filmografie (Auswahl)
- Akupunktierung der Welt, 8 min. (2003) DV
- RAGNAR – Vater Courage und seine juten Kinder. Dokumentarfilm, 55 min. (2005)
- LAURA – Oder, was Sie schon immer über Telefonsex wissen wollten, 18 min. DIAGONALE 2005
- CLAUDIA - Nie mehr an den Schreibtisch! 17,30 min. (2006)
- DIE FRAU; DIE ARBEIT, DIE KUNST und DAS GELD. Prescreening. Frauenfilmtage Wien, Filmcasino 2007
Website: http://www.kaiserinsisi.at

