Einreichung Projekt 2007-1 VTMO-Tontraegermeldesystem
Projekt-Förderantrag 2007-1 / Workbench & VTMS (Tonträgermeldesystem)
Einreichender: Verein VTMÖ – Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikverlage Österreich
vertreten durch: Eva Pernes
VTMÖ-Website
Anschrift: Brigittenauer Lände 46/26, 1200 Wien
Sekretariat: Eva Pernes eva.pernes[at]vtmoe.org
Tel/Fax: +43/1/954 06 84
Projektbeschreibung
Was genau wird mit dem Projekt beabsichtigt?
Das hier eingereichte Projekt stellt den ersten Baustein aus einem ganzen Leistungspaket dar, das der VTMÖ in der nächsten Zukunft zur Umsetzung bringen möchte. Die Maßnahmen konzentrieren sich dabei auf die Veränderung der Musikwirtschaft, die auch veränderte Bedingungen für Kleinst-, Klein- und Mittelständische Labels bedeuten. Der VTMÖ als Vertretungsorgan der kleineren Player innerhalb des Musiksektors sieht seine Aufgabe auch darin, Methodiken und Services zu schaffen, die eine netzbasierte Verwertung der Inhalte fördert. Vor allem sollen diese Maßnahmen jenen Menschen zu Gute kommen, die nicht über die notwendigen zeitlichen- oder finanziellen Möglichkeiten verfügen, deren musikalischen Inhalte in digital weiter verwertbare Formen zu bringen. Im Fokus stehen dabei vor allem Wert-getriebene Labels, wenngleich es ein Ziel des Verbandes ist, eine Professionalisierung des Independent-Sektors durch gezielte und vor allem brauchbare (!) Services herbeizuführen.
Eines der großen Themen des VTMÖ waren umfangreiche Verhandlungen mit der Verwertungsgesellschaft Austro-Mechana (AUME), die aufgenommen wurden, um einen fairen und zukunftsweisenden Mustervertrag auszuarbeiten, der die Bedürfnisse der Independents besonderes berücksichtigt.
(Anmerkung: Sobald Musik auf einem Tonträger vervielfältigt werden soll, MUSS die produzierende Person, sofern diese nicht selbst Urheber ist, Lizenzgebühren an die Verwertungsgesellschaft bezahlen, die im weiteren Kreislauf auf alle bezugsberechtigten Personen, auch durch andere österr. Verwertungsgesellschaften, umverteilt werden.
Weitere Informationenen zu diesem Thema und über die Austro Mechana sind unter der Website nachzulesen!).
Bei dem Vertragswerk, das im März 2007 von den Verhandlungspartnern unterzeichnet wird, handelt sich um die wohl modernste und umfassendste Kooperation zwischen Independents und einer Verwertungsgesellschaft in ganz Europa. Das Interesse beider Verhandlungspartner war es einerseits eine faire und transparente Vertragssituation herzustellen, andererseits eine für beide Seiten weitgehende Effizienzsteigerung beim Verwaltungsaufwand zu erreichen - dies mittels zeitgemäßer Online-Technologie.
Für den VTMÖ war dieser Aspekt auch der Schlüssel zum Erreichen eines weiteren Zieles, nämlich der Ausräumung von Benachteiligungen gegenüber größeren Labels und Produzenten bzw. die erstmalige Möglichkeit, konkrete Produktionszahlen zu erheben und damit die bisher dargestellten Anteile der gesamten österr. Musikwirtschaft zu berichtigen.
Bei den Verhandlungen mit der Austro Mechana wurde eine Gleichbehandlung aller Produzenten von Tonträgern angestrebt, sofern sie die Grundsätze einer ordentlichen Geschäftsführung einhalten und die zur Abrechnung notwendigen Daten in einer Form zu übermitteln bereit sind, die im Vergleich zum status quo den Verwaltungsaufwand bei der AUME verringert. Zu diesem Zweck entwickelt der VTMÖ für seine Mitglieder eine Online-Schnittstelle, sowohl für die Produktionsmeldungen als auch für die Verkaufsmeldungen an die AUME, welche mit den ersten Modulen (nämlich zur Produktionsmeldung) bereits im Frühjahr des Jahres 2007 in der ersten Phase freigeschalten werden soll. Dies stellt wohl europaweit die zukunftsweisendste Lösung in diesem Bereich dar und wird für die Mitglieder des VTMÖ eine Möglichkeit sein die Voraussetzungen für die Abrechnung im Rahmen dieses modernen Vertragswerkes zu erfüllen.
Das Projekt sieht prinzipiell eine Neu-Entwicklung des Anmeldesystems (VTMS) vor, das in der neu geschaffenen Web-Oberfäche des VTMÖ (Workbench) integriert sein wird.
Jedem Mitglied des VTMÖ soll es möglich seine Aktivitäten als Label, Musikverlag, Produzent, etc. sowie die Produktionsmeldungen über das VTMÖ-eigene System, dem VTMS, vorzunehmen.
Wie genau soll dies umgesetzt werden?
Das primäre Ziel ist die Umsetzung des Anmeldesystems von Tonträgern gemäß dem Vertragstext des Indie-Vertrages zwischen VTMÖ und Austro Mechana. Die Mitglieder des VTMÖ sollen zukünftig die Möglichkeit haben den Independent-Rahmenvertrag zu beanspruchen. Die Nutzung des hierfür geschaffenen Meldesystems ist bindend und wird per Nutzungsbestimmungen geregelt. Das VTMS-System ermöglicht den BenutzerInnen die Eingabe sämtlicher Informationen die von der AUME zur jeweils gewählten Lizenzberechnung benötigt werden. Neben den Stammdaten der Hersteller sollen umfassende Informationen zu den Werken (Titeln/Tracks) und Bildtronträgern (CDs, LPs, etc.) gemacht werden die regelmäßig an die AUME weitergeleitet werden. Das meldende Unternehmen wird weiters Informationen über Lagerbewegungen in das System einpflegen, damit der Vertrag erfüllt werden kann. Diese Vorgangsweise soll langfristig zu einer Professionalisierung der Independents in Österreich führen und ist der erste von einer Vielzahl geplanter Schritten die der VTMÖ in nächster Zukunft zur Umsetzung bringen möchte.
Welche konkreten Umsetzungsschritte soll es geben?
1. Meilenstein
Evaluierung aller notwendigen und praktikablen Informationen die durch die technischen Entwicklungen abgebildet werden sollen. Dies beinhaltet auch alle Datenfelder die durch die Austro Mechana, aber auch von den Produzenten als notwendig erachtet werden.
2. Meilenstein
Basis-Umsetzung
Der erste Umsetzungsschritt beschäftigt sich mit dem relativ komplexen User-Management bzw. der Userrollenverteilung.
Die Schwierigkeit liegt an der relativ komplexen Struktur innerhalb des Independent-Musiksektors. Schließlich ist es keine Seltenheit, vielmehr eher die Normalität, dass Künstlerinnen gleichzeitig auch MusikerInnen, ProduzentInnen, TexterInnen, Label und Verlag in einer Person sind oder auch auf anderen Labels als dem Eigenen veröffentlichen.
Es wird aber größter Wert darauf gelegt, dass die Datenbank mit möglichst wenig „doppelten Datensätzen“ auskommen sollte. Insofern liegt das Hauptaugenmerk auf der Konzeption einer soliden Struktur und auf sicherheitstechnische Maßnahmen. Unterm Strich geht es hierbei um eine solide, sichere, objekt-orientierte und unterm Strich zukunfts-orientierte Entwicklung.
2. Meilenstein
Der zweite Umsetzungsschritt befasst sich mit der Programmierung des gesamten Interfaces aller Userrollen, in dem zukünftig sämtliche, zu erhebende Daten eingepflegt bzw administriert werden sollen. Diese Informationen sind im Normalfall Daten, welche für eine ordentliche Produktionsmeldung von Nöten sind: Angaben zu Werken (Tracks), Werk-Sets (Tonträger), Informationen zu den KünstlerInnen), usw.
Ziel dieses Meilensteins ist die Programmierung aller Routinen die zur Anlage aller erforderlichen Daten innerhalb des Systems erforderlich sind.
3. Meilenstein
Der dritte Umsetzungsschritt widmet sich der ersten Ausgabeschnittstelle, nämlich die zur Austro Mechana. Die AUME erhält ein eigenes Verwaltungsinterface um zukünftig sämtliche Benutzerinformationen mit der eigenen Datenbank abzugleichen und zu verwalten. Dabei werden Benutzer- Informationen des Austro Mechana-Systems mit den Benutzerinformationen des VTMÖ-Systems durch die AUME validiert und aktualisiert.
4. Meilenstein
Der vierte Umsetzungsschritt sieht die Programmierung der Lagerverwaltung innerhalb des Systems vor, die zur korrekten Lizenz-Abrechnung der Produktionen vertraglich vorgesehen ist.
5. Meilenstein
Der fünfte Umsetzungsschritt beschäftigt sich mit dem Ausbau der Website des VTMÖ. Dabei wird für jedes Mitglied das Release-Informationen in das System einplegt, die Möglichkeit geschaffen, selektiv Content auf der Verbandswebsite zu publizieren.
6. Meilenstein
Statistik
Hier werden Verkäufe innerhalb der Produktions- und Verkaufszeiträume relativ zu den jeweiligen Territories ausgewertet.
Ebenso wird dem Verband durch die Einführung des Statistik-Moduls ermöglicht, Inland- und Export-Verkäufe zu ermitteln.
7. Meilenstein
Erstellung weitere Export-Schnittstellen!
Dadurch soll es Mitgliedern künftig möglich sein, die im VTMS gespeicherten Dateien auch mit anderen Systemen zu verknüpfen.
Der VTMÖ plant für diesen wichtigen Schritt Gespräche im In- und Ausland um das VTMS als Meshup-Service zu etablieren.
Wie wird das Projekt veröffentlicht bzw. zugänglich gemacht?
Das Tonträgermeldesystem (VTMS) wird den Mitgliedern des Verbands zur Verfügung gestellt. Öffentlich gemacht werden lediglich Informationen über Tonträger, Artists, Tracks sowie andere abhängigen Daten, sofern das Mitglied dafür seine Zustmmung erteilt. Diese Daten sollen im öffentlichen Bereich der Website des Verbandes dargestellt werden.
Querverbindungen
Das System sieht prinzipiell die Möglichkeit vor im System gespeicherte und freigegebene Daten über spezifische Schnittstellen an Dritte weiterzugeben (siehe: Meilenstein 7). Dritte sind in diesem Fall öffentliche oder private Institutionen die für die Mitglieder des Verbandes einen Nutzen darstellen können. Ein Beispiel für eine solche Institution sind zB. Export-Departments für Musik wie sie in vielen Ländern der EU, so auch in Österreich existieren. Ab dem Zeitpunkt einer vom Produzenten getätigten Produktionsmeldung an die AUME, hätte in diesem Beispiel das Export-Büro die Möglichkeit auf sämtliche Tonträger- und Artist-Informationen zuzugreifen, sofern das jeweilige Mitglied diesem Prozedere seine Zustimmung erteilt. Der Vorteil darin besteht darin, dass dies noch vor der eigentlichen Produktion bzw. Veröffentlichung der Tonträger geschehen kann. Durch das VTMS vor-informiert, wäre es schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt möglich entsprechende Export-fördernde Strategien für die jeweiligen Produktionen zu entwickeln.
Zeitplan
Planungsphase: abgeschlossen!
Umsetzung aller bis dato geplanten Module bis spätestens Herbst 2007
Finanzplan
Systemplanung, Projektkoordination: 5000 EUR
Programmierung (Gesamt): 24000 EUR
Screen-Design/Userbility: 6000 EUR
Gesamt: 35000 EUR
Restl. Finanzierungsaufwändungen deckt der Verband.
Zur Institution
Der VTMÖ (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzenten Österreichs) wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, die gemeinsamen Interessen des österreichischen Independent-Musikschaffens bezüglich ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch anderer gemeinsamer Belange wirkungsvoll zu vertreten. Die Verbandsarbeit wird von einem 7-köpfigen, von der Generalversammlung gewähltem Leitungsteam getragen. Das Sekretariat wird von Eva Pernes geführt. Der Independent-Verband hat derzeit 55 Mitglieder.
Unter den Aktivitäten des VTMÖ steht an erster Stelle die Lobbying-Arbeit in Richtung politischer Entscheidungsträger in Österreich und in weiterer Folge auch eine internationalen Vernetzung, speziell innerhalb der EU-Strukturen. Erklärtes Ziel des VTMÖ ist es, bestehende Benachteiligungen der Independents auf verschiedenen wirtschaftlichen und medialen Ebenen nach und nach auszugleichen.
Dieses Vorhaben wird auch aufgrund der Netzthematik (Chancen und Nutzen) immer mehr im Netz kanalisiert.