Einreichung Projekt 2007-1 project C

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DIE VEREINTEN KÖNIGINNENREICHE VERKÜNDEN


Project C

Bild:ProjektBand2.jpg


Ein Projekt entlang der Fluchtlinien von Wissenschaft, Kunst und Road Movie. Und an ihren Treffpunkten.


Das Setting.

Zwei junge Wissenschafterinnen. Zwei Künstlerinnen. Ein Auto. Kalifornien. Project C.

Eine Forschungsreise. Eine Performance. Dauer: 61 Tage

Performerinnen: Das Künstlerinnen-Kollektiv „Die Vereinten Königinnenreiche“

Forscherinnen: Mag.a Claudia Totschnig und Mag.a Ulrike Friedl

Ein Chevrolet TrailBlazer

Schauplatz: Österreich – California – Österreich



Der Forschungsgegenstand.

KALIFORNIEN/CALIFORNIA

Bild:Kalifornien_California.jpg

Project C spürt den Verbindungslinien von europäischen Mythen vom Goldenen Westen, den Bildern vom dystopischen Rand des Westens, ihren (Re)Produktionen, die wir zurückgeschickt ständig konsumier(t)en, den Körpern und Identitätskonstruktionen in diesen Fabrikationen/Erfindungen (Butler) und den Grenzen zwischen Virtualität und (vermeintlicher) Realität nach. Es begibt sich Mobilität, wie sie untrennbar verstrickt ist mit der Geschichte moderner Wissens- und Machtformationen, inszenierend auf den Weg durch die (Stadt)Landschaft Kalifornien.



„Diese im allgemeinen konstruierten Akte, Gesten und Inszenierungen erweisen sich insofern als performativ, als das Wesen oder die Identität, die sie angeblich zum Ausdruck bringen, vielmehr durch leibliche Zeichen und andere diskursive Mittel hergestellte und aufrechterhaltene Fabrikationen / Erfindungen sind.“ (Butler 1991, 200)



Utopia.

Nach der Neuzeit, dem Zeitalter der Entdeckungen, in welchem Europa - die Alte Welt - aufbrach zu neuen Ufern, dem westlichen Horizont entgegen, über die bekannten Grenzen hinaus ins Ungewisse, sich die Welt zu erschließen, ist der Westen an seiner westlichsten Grenze angelangt – und kann nur noch zurückkehren. In der europäischen Literatur häufen sich die literarischen Utopien, Lehrstücke, die der eigenen Gesellschaft den Spiegel vorhalten wollen, die über den Entwurf einer perfekten Welt die Unvollständigkeit des Eigenen demonstrieren. Im Laufe der imperialistischen Kolonisierung, aber auch getragen von einer Welle von neuen Erfindungen, die Fortbewegung und Gütertransport revolutionierten, wurde die Neue Welt als Ort, jenseits des Ozeans, dort, wo die Sonne in die Fluten sinkt, mehr und mehr zum Glücksversprechen. Doch diesmal liegt dieser Sonnenstaat nicht im Nirgendwo. Die Utopie erhält geographische Koordinaten und wird zur Destination. Kalifornien. „Goldner Westen“. Utopia. Produkt des Weges westwärts.

Dieses Kalifornien als die nie endende (Hyper-)Realisierung des europäischen Mythos vom Westen ist ein zentrales Thema von Project C.

Zuerst das üppige, weite Land, das es nur zu bestellen galt, das unerschöpflichen Überfluss versprach. Dann das Gold, dessen (versprochener) Glanz nie aufgehört hat zu berauschen. Sillicon Valley. Hollywood. Dieses Kalifornien ist unzählige Male beschrieben worden als die „fleischgewordene“ Utopie, hat sich unzählige Male selbst als solche dargestellt. Hunderte Bücher und noch viel mehr Filme. Und wir sind damit aufgewachsen.

Und natürlich kennen wir die Dystopie „California“ genauso gut. Nicht weil wir besonders kritische Wissenschafterinnen sind. Sondern weil dieser Entwurf nicht minder präsent ist. Kalifornien ist die Katastrophe ebenso sehr wie es Paradies ist.

Diese Entwürfe „California“ sind für uns nicht wegzudenken. „California“ hat sich eingeschlichen wir ein Virus. Der Virus Kalifornien ist chronisch. Wir tragen ihn latent, seit wir Bilder von/aus Kalifornien sehen – nicht ohne größte Begeisterung (Spannung und Melodram, Verehrung und Zorn). Wir haben es „medial eingeübt“. Dieses „mediale Einüben“ ist zu einem gängigen Begriff in den Kulturwissenschaften geworden. Das Künstlerinnen-Kollektiv „Vereinte Königinnenreiche“ macht sich nun auf die performative Suche nach den Objekten dieser Übung, nach dem Vertrauten – im fernen Kalifornien.

Mobilität, Identität, Landschaft, Körper.

Die Techniken der Geschwindigkeit und der Datenübertragung haben den Raum als System von Distanzen (Anders) konstituiert. Doch „[…] die Beschleunigung geographischer Verbindungen seit knapp zwei Jahrhunderten kann die körperlichen Verbindungen nicht unberührt gelassen haben.“ (Virilio 1978, 37f) In der globalisierten Welt ist das eigene Häuschen „zugig“, durchlässig geworden. Durch moderne Technologie, Rundfunk, TV, Internet wird das Ferne nah, das Nahe oft überraschend fremd. Wer ihr/sein Wohnhaus am google earth anschaut, weiß, wie genau die Kartierung ist. Und wie gering die Distanzen. Die Grenzen „Eigenes“ – „Fremdes“, „Innen“ – „Außen“ verwischen. Mobilität ist in unseren Gesellschaften zum Identitätskriterium für Raum/Landschaft und Körper geworden. Mobilität ist in beide gleichermaßen eingeschrieben. Project C ist die im Raum angewandte, multimedial inszenierte Untersuchung der Spuren von Mobilität an Landschaft(en) und Körper(n). An den uns umgebenden Räumen und jenen Räumen, die uns in unserem medial eingeübten California-Raum begegnen.

Handeln bedeutet in unseren Gesellschaften den Ort wechseln, Einkaufengehen, ins Büro Fahren, die Großeltern besuchen, ins Netz gehen. Die Identität ist nicht länger im Ort, vielmehr ist sie im Zwischenraum. Die Inszenierung des Zwischenraums als politisches Konzept kann - so hier die These - der Annullierung von Körper und Raum entgegen gesetzt werden. Der (politische Handlungs-) Raum schwindet durch den reibungslosen medialen Kontakt, er stellt sich durch Unerbrechung dieser Kontinuität her (Anders).

Mobilität ist auch Identitätskriterium der Vereinten Königinnenreiche und erstes Werkzeug der Untersuchung. Einer Untersuchung, die sich auch aufmacht auf eine vielschichtige Reise. Eine Reflexion der Transportmittel, die angefangen bei Pferd und Schiff, den zwei „Archetypen von Fahrzeugen“ (Virilio, 21; er führt auch die Frau, den weiblichen Körper als „erstes Transportmittel“ an), untrennbar verstrickt ist mit der Geschichte moderner Wissens- und Machtformationen. Technologie war nie ideologiefreies Verkehrsmittel: ohne Pferd kein Feudalismus, ohne Schiff keine Entdeckungen, kein Kolonialismus. Die Geschwindigkeit hat den Blick in Taumel versetzt. Im Konzept der Linearität (Virilio) wird die Kurve, wird das Abweichende, „Verschlungene“ (Flusser) zum Feind / zur Gefahr, weil es sich entzieht.

Der Raum ist ebenso wenig „unschuldig“ wie die Körper, die sich durch ihn bewegen. Es gibt keine „unberührte“ Landschaft, keinen „natürlichen“ Raum. Die Landschaft kann immer nur gesehen werden. Und dieses Sehen ist immer Interpretieren und ebenso Kreieren. Landschaft als Bedeutungssystem, als Text mit Codierungen, ist Gegenstand unserer Lektüre und Fortschreibung. Was wir (er)kennen oder zu (er)kennen meinen, ist Resultat der fiktiven Beziehung von Landschaft und Blick. (Augé)



„Zu untersuchen, wie das Verlangen nach dem Anderen in Begegnungen mit unterschiedlichen Lebenswelten und Menschen ausgedrückt, manipuliert und umgewandelt wird, ist von entscheidender Bedeutung. Hier kann sich zeigen, ob diese potentiell revolutionären Sehnsüchte jemals Erfüllung finden.“ (bell hooks 1994, 34)



Blick und Defintionsmacht sind Themen des Projektes. Wer „herrscht“, hat den Blick (des Subjekts auf ein Objekt) und damit die Macht über die Darstellungsformen inne (bell hooks). Das gilt für die Machtkonstellationen des Feudalismus, Kolonialismus und Imperialismus gleichermaßen. Das „wunderbare“ Fremde als das „Andere“, das begehrt und gesucht wurde, wird zum Objekt kolonialistischer Unterwerfungspraktiken. Diese schreiben sich als Fremd- und Eigenbilder in Körper und Landschaft gleichermaßen ein – konstruieren die fremden Körper und die eigenen, die fremde („exotische“, „geheimnisvolle“, „unheimliche“,…) Landschaft und die bekannte, verlassene,… (Wohn-) Landschaft.

Was immer den Aufbruch in die Ferne begründet(e) (Mobilität und damit den Blick) – sei es die Expedition, Eroberung, Suche nach Gold oder nach (individuellem!) Glück - die Helden der „großen Erzählungen“, die Subjekte dieser Handlung: der Forscher, der Eroberer, der Glücksritter, der Missionar oder Kaufmann, sind männlich. Männlich, vernunftbegabt und frei. Doch wie schrieben und schreiben sich die Mythen von Freiheit und grenzenloser Mobilität in die Landschaft Kalifornien ein? Wie in die Körper, die sich durch diese Landschaft(en) bewegen? Wo sind die Grenzen und Ränder dieser Geschichten?

Was geschieht mit den Körpern in diesem (von Mythen und deren (Re)Produktion) hyperrealisierten Raum? Wo verlaufen die Grenzen zwischen der infiniten Inszenierung Kaliforniens und einer vermeintlichen Realität? Interagieren, korrelieren diese Grenzen mit den anderen Grenzlinien, die in Kalifornien angeblich ausradiert wurden: den sozialen Grenzen, den ethnischen Grenzen oder den Canyons?


Grenzen.

Bild:davis.jpg

Davis 1999, 271: Pennersichere Busbank, Hill Street, Downtown.

No borders. Only Boundaries.

Kalifornien ist nicht nur realisierte Utopie. Es ist auch der Innbegriff der Grenzenlosigkeit. Der grenzenlosen Freiheit in allen Bereichen. Aber genau so wie die Utopie die Dystopie niemals verdrängen kann, oder gar mit erschafft, ist diese vermeintliche Grenzenlosigkeit ein Mythos. Ethnische Schranken, sozioökonomische Hierarchien, Ghettos, War zones, Armut, überfüllte Gefängnisse, ausgestorbene Downtowns (diese Liste ließe sich wohl noch recht erweitern) sind ziemlich harte Realität – und können so auch nicht aus einer Betrachtung durch Project C fallen.

Wir haben unser Vorhaben beschrieben als eine performative Forschungsreise durch Gegenden der Mobilitätsgeschichte, der Überlegungen über Macht, inmitten einer medial eingeübten und so in der Unbekanntheit bekannten Landschaft namens Utopia, namens California. Doch auch eine fahrende, inszenierende und, nicht zu vergessen, dokumentierende Reflexion über Zusammenhänge zwischen (virtuellen) Landschaften, Körpern und (vermeintlichen) Realitäten.

Koloniale Normalität und Weißsein.

Die Bilder, die aus einer Vorstellung oder einem Herbeisehnen des Nirgendwo, wo alles besser ist, die aus einer langen Geschichte von Erforschung und Eroberung, von Beschreibung und Besetzung, von Vereinnahmung und Abstoßung - der verfehmte Teil (Baudrillard) – hervorgegangen, vom westlichsten Ende des Westens in den Westen zurückgekehrt sind, haben uns längst selbst kolonisiert. Sie sind tiefer eingedrungen in unser Dasein, in unsere Körper als es eine Kolonialmacht in die Kulturen der „Wilden“ jemals vermo(ö)chte.



„Ihre Haut ist dunkel. Ihr Haar chemisch geglättet. Sie ist grundsätzlich davon überzeugt, daß geglättetes Haar schöner ist als lockiges, krauses, natürliches Haar. Darüber hinaus glaubt sie, Hellhäutige gewinnen in den Augen anderer größeren Respekt und höheren Wert. Trotz der Bemühung der Eltern, ihre Kinder in einem positiven schwarzen Lebenszusammenhang aufwachsen zu lassen, hat sie die herrschenden weißen Werte und Schönheitsvorstellungen verinnerlicht. Diese Ansicht und Weltsicht spricht ihr den Wert ab.“ (bell hooks 1994, 11f)



Kalifornien als Ergebnis des Weges westwärts ist bis heute Produkt des Weges an sich geworden. Die Rassenunruhen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind explosionsartige Formulierungen eines gesellschaftlichen Zustandes, der keineswegs in Auflösung befindlich ist (Davis). Gerade gegenwärtig wo die Mehrheit einer anglo- und damit weißen Bevölkerung alles andere als unangegriffen gelten kann – in Zeiten, in denen xenophobe Theorien den politischen wie den öffentlichen Diskurs prägen (vgl. Huntington), muss unser eigenes (und nicht ablegbares) Weißsein Gegenstand kritischer Auseinandersetzung und parodistischer (performativer) Darstellung sein.


Die Performance.

Inszenierung und Öffentlichkeit.

Zwischen den beiden großen (mythologischen) Entwürfen, dem utopischen und dem dystopischen „California“, bewegen sich Project C und seine Performerinnen, Wissenschafterinnen und Künstlerinnen. Eine Forschungsreise als Kunstobjekt. Indem wir einer voraus geplanten Route [siehe Anhang] folgen, Orte des Interesses „erfahren“, wird die Reise zur Inszenierung eines Drehbuches. Die Reisevorbereitung zur Regieanweisung. Wir suchen den berühmtesten Ort des Films, des Filmens auf, um selbst zum Film zu werden. Fragmentarisch aneinander gereihte Bilder, täglich aktualisierter Webblog. 61 Tage spult die Filmrolle. Roadmovie und Reality Soap. Die Reise ist öffentlich und performativ: Zwei Königinnen, Künstlerinnen und Wissenschafterinnen, zwei Körper kolonisieren den Mythos Kalifornien im virtuellen Raum. Entlang der Route der Forschungsreise spannen sich zwischen den Fragen und Orten und Begegnungen Fluchtlinien. Es entfaltet sich ein Netz von Bildern und Texten. Einer der Knotenpunkte sind wir selbst. Das so entworfene Netzwerk, das in unseren Texten, Bildern und Spuren zum Ausdruck kommt, nennen wir die „Kolonie I. Kalifornien“. Es ist ein performatives Experiment. Die Frage lautet: was geschieht mit uns, mit unseren Körpern, mit unserer Perspektive, wenn wir eben diese Perspektive im virtuellen Raum des world wide web zugänglich machen. Wenn wir nicht unbeobachtet unseren Forschungsinteressen nachgehen. Still in Archiven wühlen und Feldforschung auf den Straßen treiben? Wenn wir uns hingegen selbst ins Spiel werfen? Zu welchen „Erkenntnissen“ (Bildern & Texten) können wir so gelangen?

Roadmovie.

Das Genre des Roadmovies spielt mit den Klischees des amerikanischen Lebensgefühls. Befördert werden nicht nur die ProtagonistInnen, sondern auch Ideale wie Freiheit und Unabhängigkeit. Es ist das Spiel mit der Delokation. Ein Spiel mit Identität(en), ihren Einschreibungen und Übertretungen.

Die Forschungsreise als Performance. Unsere fahrenden Körper mit ihren Einschreibungen aus Wissenschaft, Kunst und (Bilder)Konsum entwerfen entlang unserer Reiseroute durch öffentliche Zugänglichkeit das virtuelle Objekt, das wir „Kolonie I. Kalifornien“ genannt haben. Nicht den „tourist gaze“ wollen wir einnehmen, nicht die Kontinuität der vorgefundenen Erzählmodelle fortsetzen, sondern immer wieder aus den Bildern herausspringen, um, aus dieser veränderten Perspektive, aktionistisch wieder in sie zurückzuspringen und so zu verändern. Die Zwischenräume markieren und performen, ins Licht rücken und inszenieren. Wir nehmen uns das Mythen-Material „California“ vor, dekonstruieren es und montieren es neu, indem wir es entlang einer (letztlich doch auch touristischen) Fahrt lesen, schreiben, abbilden und virtuell zugänglich machen. Landschafts-, Identitäts- und Geschlechterkonstruktionen. Turn them upside down.


Die Begegnungen.

Interviews.

Unsere Inszenierung ist somit gerade nicht die des „selbstherrlichen Intellekts“ (Adorno). Wir agieren und interagieren. Dazu suchen wir entlang unserer Route eine Reihe von GesprächspartnerInnen auf, die ihre Sicht auf den Gegenstand unserer Forschungsreise mit uns teilen und die Kontexte ihrer Identitäten und Handlungsräume in das Projekt einbringen.


ruth weiss (zugesagt) Autorin, Performance-Künstlerin, Dramatikerin, Filmemacherin, Schauspielerin wurde 1928 in Berlin in eine jüdisch-österreichische Familie mit Wurzeln auch im Volk der Roma geboren. 1933 kehrten ihre Eltern, auf der Flucht vor den Nazis vorerst mit ihr nach Wien zurück, wo ruth die entscheidenden Kindheitsjahre im immer radikaler werdenden Klima des aufkommenden Nationalsozialismus erlebte. 1938 konnte die Familie in die USA emigrieren, wo ruth weiss in den 50er Jahren zur Ikone der Beatgeneration avancierte.

Maria Shriver (angefragt) First Lady of California, Journalistin, Nachrichtensprecherin, Autorin, Nichte von John F. Kennedy, Ehefrau des in der Steiermark aufgewachsenen Gouverneur Arnold Schwarzenegger Sie arbeitete lange Jahre als Reporterin und Nachrichtensprecherin und hat inzwischen auch zwei Bücher verfasst.

Blevin Blectum (Bevin Kelley) (angefragt) Musikerin (digital music) und Performerin Blevin Blectum und die in Berlin lebende Musikerin und Show-Frau Kevin Blechdom gründeten während ihrer Ausbildung am Mills College das Projekt „Blectum From Blechdom“, Nach Auftritten in der Bay-Area wurde das Künstlerinnen-Kollektiv für ihren ersten gemeinsamen Longplayer „The Messy Jesse Fiesta“ beim Prix Ars Elektronica 2001 für die goldene Nica nominiert und mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Blevin Blectum lebt in Oakland, CA. http://blevin.lsr1.com

Sharon Mitchell (angefragt) ehemaliger Pornostar, Gründerin der „Adult Industry Medical Health Care Foundation“ (AIM) Sitz der AIM Health Care Foundation ist Los Angeles, wo sich im San Fernando Valley das Zentrum der amerikanischen Pornoindustrie befindet.

Dan Gillmor (angefragt) Journalist und Autor veröffentlichte sein Buch “We the Media” zunächst etappenweise in seinem Blog und nutzte so seine Leserschaft als Lektorat. Gillmors Kernthese lautet: In einer Welt, in der jeder, der will, publizieren kann, muss sich Journalismus vom Vortragsmodell lösen und zu einem Gespräch werden. http://www.dangillmor.com/

Nasrin Rahimieh (zugesagt) Vorsitzende des Samuel Jordan Center for Persian Studies. Exiliranerin, Kulturwissenschafterin. Forschungsschwerpunkt: u. a. (inter)kulturelle Identitäten im Exil. Lebt und arbeitet in Irvine, CA.

Mike Davis (angefragt) „Einheimischer“ Stadtsoziologe. Gehört wohl zu den wichtigsten AutorInnen in der Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte Kaliforniens. „Der oberflächliche Anlaß, das Exotische, Pittoreske wirkt nur auf Fremde. Als Einheimischer zum Bild einer Stadt zu kommen, erfordert andere, tiefere Motive. Motive Dessen, der ins Vergangene statt ins Ferne reist. Immer wird das Stadtbuch des Einheimischen Verwandtschaft mit Memoiren haben, der Schreiber hat nicht umsonst seine Kindheit am Ort verlebt.“ (Walter Benjamin, nach Davis)

Christopher Baum (zugesagt) Tänzer und Anthropologe. Forschungsschwerpunkt: Queer Identities. Lebt und arbeitet in San Francisco.

Weitere Begegnungen sind uns willkommen. Weitere Begegnungen sind unausweichlich.



Die Werkzeuge.

Do it Yourself!

Die Anfang der 90er Jahre in den USA entstandene Riot Grrrl-Bewegung war das (laute!) Aufbegehren gegen die Hegemonie männlicher, weißer, heterosexueller Bilder von „Weiblichkeit“ und „Normalität“, vor allem im Bereich der Musik. Auf der Suche nach neuen, eigenen Repräsentationsstrategien nahmen junge Frauen die bislang (und zu einem Großteil bis heute) in „Männerbesitz“ befindlichen technischen (Beschreibungs-) Mittel selbst in die Hand. Dabei ging es gerade nicht um die Nachahmung männlichen Schöpfertums, sondern um die Dekonstruktion desselben. Mittels Ironie, Verschiebung, Überzeichnung, Zerstörung, Fragmentierung, queerer Lektüren tradierter Zuschreibungen erschufen diese Künstlerinnen sich selbst als weibliche Subjekte und künstlerische Akteurinnen neu, und zwar in der gezielten Abkehr von technischer Glätte und Perfektion und in lustvoller Schaffung eigener, alternativer technischer Experimente, Produktions- und Vertriebsstrukturen. In der Performance (Butler) als Spiel mit Identitätsentwürfen wird „der“ weibliche Körper zu einer Vielheit an realisierbaren Möglichkeiten. In dieser Tradition der Grrl-Bewegung machen wir das Amateurinnenhafte (Amateur – Liebhaber) zum Konzept und arbeiten ausschließlich mit den Möglichkeiten von zeitgenössischer Low Tecnology.

Technische Ausstattung.

Chevrolet TrailBlazer 4wd/4dr. Casio Exilim 4.0 Mega Pixels. Digital-Fotokamera mit Video-Funktion: Format: max. 1 min, fragmentierte Bilder und Sequenzen, AVI Nikon Coolpix 775. Digital-Fotokamera mit Video-Funktion: Format: max. 1 min, fragmentierte Bilder und Sequenzen, AVI Sony Portable Minidisc Recorder MZ-R70. Produktion und Dokumentation von auditiven Raumkomponenten, MP3-Files Apple G3. Powerbook mit W-Lan: Als mobiles Tor zum Netz, tägliches Update und Upload


Blog.

Der Webblog enthält die Timeline, die Stationen/Filmsettings, im Blog wird der Reiseverlauf dokumentiert, wird Kalifornien (wieder) zum öffentlichen Ort. Der Blog entsteht mit unseren Bewegungen im Raum.


Ausstellungs Räume November 2007.

Unter dem Titel Grenzen, Identitäten, Geschlechter – Weißsein und die koloniale Normalität. Project C wird die Kolonie als Installation, Lesung und Fotoausstellung im November an folgenden Orten errichtet werden:

Amerlinghaus – Wien (zugesagt) http://www.amerlinghaus.at

p.m.k. – Innsbruck (zugesagt) http://www.pmk.or.at

vorWien - Berlin (zugesagt)

Für 2008 ist die Publikation als Buch mit DVD geplant.






Literaturnachweis: Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Gender Studies. Frankfurt a. M. 1991 Virilio, Paul: Fahren, fahren, fahren… . Berlin 1978 Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen. Band I & II. München 2002 Flusser, Vilem: Von der Freiheit des Migranten. Einsprüche gegen den Nationalismus. Köln 1994 Augé, Marc: Orte und Nicht-Orte: Vorüberlegungen zu einer Ethnologie der Einsamkeit. Frankfurt a. M. 1994 hooks, bell: Black Looks. Popkultur – Medien – Rassismus. Berlin 1994 Huntington, Samuel, Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. München 2002 Davis, Mike: City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles. Berlin 1999



Der Zeitplan.

Zur Abwicklung des Projekts bleibt zu sagen, dass wir bis Juni 2007 eine Phase der Vorbereitung und Planung durchlaufen, von 30. Juni bis 29. August 2007 performativ forschungsreisen und nach einer Nachbearbeitung unter dem Titel Grenzen, Identitäten, Geschlechter – Weißsein und die koloniale Normalität. Project C in Wien, Innsbruck und Berlin ausstellen werden.

Die Route/Die Timeline: Bild:Timeline C.pdf


Die Schatzmeisterin.

Die üblichen Informationen zu Kosten und Finanzierung finden sich hier: Bild:Schatzmeisterin.pdf


ANGESUCHTE FÖRDERSUMME BEI STADT WIEN - NETZNETZ: 3.000,- EURO


Persönliche Werkzeuge