Einreichung Vergabewahl 2010 //general electrix

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Inhaltsverzeichnis

Daten

Projekt/Einrichtungsname: [~@] waveat

Einreichung bei: Erstprojekte

Einreichende(r): Roman Hansi

Fördersumme: 3000 EUR

Kurzbeschreibung

[~@]

waveat produziert medienkritische, multimediale Performances, die sich mit der Darstellung, einer von elektronischen Informationen überfluteten Gesellschaft beschäftigen

Ausführliche Beschreibung

"Das Leben erscheint als simultanes Gewirr von Geräuschen, Farben und geistigen Rhythmen, das […] in seiner gesamten brutalen Realität übernommen wird." Richard Hülsenbeck: Dadaistisches Manifest, Berlin 1918.

Diese live-Performance soll durch die Kombination aus Audio- und Videomaterial, sowie das Zusammenfügen von digitalen und analogen Technologien hervorstechen. Der performative und unmittelbare Charakter, der durch das vor Ort aufgenommene und in das bestehende Konzept eingearbeitete Material erzeugt wird, steht dabei im Vordergrund und macht die Performance jedes Mal aufs Neue einzigartig.

"Na, wenn Wiener hingehn, san's Wiener Daten." Sensoren nehmen Umgebungsdaten auf, die in Max/MSP/Jitter und Processing zu Audio- und Videomaterial weiterverarbeitet werden. Wien wird dazu als universelles Beispiel für das weltweite städtische Terrain herangezogen, das durch die Globalisierung einer medialen Gleichschaltung unterworfen ist.

Im Zentrum steht dabei die wahrnehmungserweiternde Auswirkung neuer, digitaler Medien auf den Menschen. Umwelteindrücke, welche durch visuelle Sensoren (Digitalkameras), akustische Sensoren (div. Mikrofone), sowie Bewegungssensoren (Ultraschall Näherungsschalter, usw.) eingefangen werden, werden gesammelt und für das Publikum neu aufbereitet und in neuen Strukturen sichtbar gemacht. Wie nehmen wir unsere Umgebung wahr und wie limitiert sind unsere Sinnesorgane dabei? Die digitalen Aufnahmeverfahren dienen als Extension des Menschen, als organische Prothesen. Wenn der Mensch die Summe seiner Erfahrungen und Realitätseindrücke ist, ist er zu einem hohen Maß von seiner Aufnahmeleistung und der Bandbreite seines Aufnahmespektrums abhängig. Es ist nur logisch, dass nach immer neuen Möglichkeiten gesucht wird, sich zu verbessern. Nur wie diese Verbesserungen sich unmittelbar auswirken ist kaum jemandem im Alltag bewusst, da wir sie in einem Ausmaß assimiliert haben, das uns die neuen Medien unsichtbar erscheinen lässt. Medien sind Transportmittel von Informationen und kein bewusster diskursiver Raum. Ziel ist es diesen Raum wieder zu öffnen, indem man ihn mit Hilfe eines künstlichen neuronalen Netzwerks aus verschiedensten Sensoren bewusst erlebbar macht.


Herangehensweise:

Der Raum, in dem die Performance stattfindet, wird mit Hilfe des Beamers ausgeweitet: Eine ganze Wand wird zur Projektionsfläche, welche die Illusion einer räumlichen Erweiterung generiert und ihn begehbar macht. Im Gegensatz zu einem Bildschirm, der als solcher erkennbar ist, soll die Projektionsfläche so in den Ausstellungsraum implementiert werden, dass der/die BetrachterIn ein natürliches Raumempfinden hat und ungezwungen mit der Umgebung interagiert. Die Reaktion des Rezipienten auf die ausgegebenen Sounds und das Bildmaterial wird wiederum aufgenommen und in das bestehende System rückgeführt. Der/die ZuseherIn wird zu einem aktiven Teil der Performance und dadurch selbst zum Exponat. Mit Hilfe von Videotracking kann das Publikum selbst auf den Verlauf der Performance Einfluss nehmen: Bewegungen werden getrackt und deren Raumkoordinaten als Basis für eine interaktive Umsetzung des Bildmaterials verwendet. Mit Motiontracking werden die BesucherInnen der Ausstellung und die Bewegungen der Passanten und Autos auf der Straße vor den Ausstellungsräumlichkeiten in den generativen Prozess eingefügt. Das gedachte Konzept des urbanen Ortes wird anhand eines Exzerpts, also in dem Fall der Geschehnisse vor der Ausstellung, zu einem für den Rezipienten greifbaren Gedankenkonstrukt. Was ist der urbane Raum und wie stellt er sich dar? Diese Frage ist so monumental, dass sie auf die kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert werden muss um darstellbar zu sein. Wien als Symbol für eine globalisierte Weltstadt, symbolisiert durch einen Teilaspekt der für die Stadt als Gesamtheit steht.

Die Datengewinnung, der Prozess der Informationsverarbeitung und schließlich die Auswahl und Gliederung dieser Informationen werden zu einem subjektiven Abbild des "Environment" zusammengefügt.

Das Ergebnis soll eine fesselnde audiovisuelle und interaktive Performance sein, welches unser zeitgenössisches mediales Umfeld veranschaulicht, es in einen dezidiert städtischen Kontext setzt und unsere Wahrnehmung dadurch kritisch hinterfragt.

Verwendung der Fördergelder

Kostenaufstellung:


Hardware: 1 Stk. Beamer Acer P7270i 1,200.00

Hardware:4x Arduino BT (Bluetooth)  Stk./ 99,00 400.00

Hardware: div. Sensoren elektronik bauteile 77.00

Hardware: div. Kabel 150.00

Hardware: 2xParallax PING))) Ultrashall Entfernungsmesser 53.20

Hardware: 2xParallax PING))) Halter 30.00

Hardware: 2x Breakout Board mit Kondensatormikrofon 15.00

Hardware: Canopus ADVC300 400.00

Softwarebedarf Max /MSP 250.00

Hardware: 8,5mm CCD Farb Kamera,550 TVL, 3,8-9,5mm 350.00

Hardware: LOGITECH WEBCAM 1.3MP C500  52.00

zusätzliches Equipmen 22.80

Summe: 3,000.00

Ausstellungsorte

Salon Projektionist

4youreye Bischof Herlbauer OEG

neubaugürtel 7 - 9

1150 Wien

Zeitplan

November 2010 - Juni 2011